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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Anhang.

Der Rest des I. Armee-Corps wird theils zur Sicherung der Aufstellung an derSchwechat, theils bei Ober-Laa zur allcnfälligen Verfügung bereit gehalten werden.

Das II. Armee-Corps, zu welchem auch die Brigade Collorcdo stößt, bezieht einemöglichst verdeckte Aufstellung hinter der Erste des Laaer und Wiener Berges, vonwo ans nur die uöthigcn Abtheilungen und Batterien vorzuschiebcn sind, welcheScheinangriffe gegen die Matzleinsdorfer und Hnndsthurmer Linie vollsühren.

Die Cavallerie des II. Corps, zu welcher überdies; die Oberstlientenants-Divisionvon Kaiser-Kürassieren zu stoßen hat, bleibt zur Verfügung des Herrn Corps-Com-mandanten, während die schwere Cavallerie der Reserve-Division und des III. Armee-Corps, zu der auch das Regiment Civalart-Uhlanen stößt, zwischen Rothneusiedel undLeopoldsdors eine Aufstellung bezieht, von der sie nach Umständen gegen die Ueber-gänge der Schwechat oder in die Richtung von Laxenburg disponirt werden kann.

Die Brigade Schutte der Reserve-Division, welche durch das 5. Jäger-Bataillonvon der Brigade Collorcdo und durch die in Schönbrnnn liegende Sappeur-Compagniezu verstärken ist, besetzt die Zugänge zu den Ortschaften Fünf- und Sechshaus, dannGandenzdorf, und kommt dadurch in Verbindung mit der Brigade Collorcdo, welcheden linken Flügel des II Armee-Corps bildet.

Die Division Fürstenbcrg, zu welcher dermal auch das Regiment Khevenhüller zuzählen ist, wird ihre Scheinangriffe gegen die Mariahilfer und Lerchenfelder Linieunternehmen, während die Brigaden Simbschen und Parrot ein gleiches gegen dieHernalser, Währinger und Nußdorfer Linie vollsnhren.

Wo eine Annäherung bis unmittelbar vor die Linie verdeckt geschehen kan», wiez. B. bei Nenlerchcnseld, Hernals und Währing, hat dies ausgefiihrt zu werden, umdurch Besetzung und Verbarricadirnng der den Linien zngewendeten AuSgänge jeden,Vordringen ans den Linien Schranken zu setzen, wogegen auf jenen Punkten, wo diesnicht der Fall ist, die Truppen außer dem wirksamen Schußbereich aufgestellt zu ver-bleiben haben. Uebrigens versteht cs sich von selbst, daß, wo man ohne Kampf in denBesitz einer Linie gelangen kann, dies zu geschehen hat.

Der Division Fiirstenberg wird übcrdieß eine Pionier-Compagnie zur Dispositiongestellt werden, welche rechtzeitig in Ottakring eintreffen wird.

Von der Division Fürstenberg kann überdies; auch nach Umständen zur Unter-stützung der Brigade Schütte gewirkt werden.

Der Marsch der Truppen in die ihnen angewiesenen Aufstellungen hat möglichstgedeckt und der Art eingeleitet zu werden, daß sie daselbst um V^IO Uhr eintrefscn.

Die Scheinangriffe haben wie natürlich den wahren Angriffen voran zu gehenund beginnen Schlag 10 Uhr an der Mariahilfer und Lerchenfelder Linie, worauf siesucccssive gegen die Hernalser und Nußdorfer Linie, sodann gegen die Hnndsthurmerund Matzleinsdorfer Linie überzugehen haben.

Der Angriff ans die Lcopoldstadt und Landstraße beginnt um 11 Uhr und wirddann mit aller Kraft ohne Unterbrechung fortgefiihrt.

Als allgemeine Regel wird den Truppen-Commandanten zur Pflicht gemacht,jeden Angriff durch Geschtttzfencr einzuleiten und wo möglich zur Entscheidung zubringen, damit die Truppen nicht nutzlos, und nur im äußersten Nothfalle in einenStraßenkampf verwickelt werden, und überhaupt nichts unternommen werde, wasnicht zur Erfüllung des Vorgesetzten Zweckes unbedingt nothwcndig ist.

Endlich muß noch bemerk! werden, daß das Anziinden öffentlicher Gebäude, na-mentlich des großen Mauthhanses sorgfältig zu vermeiden ist.