Brand am Josephsplatze.
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städtische Feuerspritze unter militärischer Bedeckung auf dem Josephs-platze eingetroffen ^"). F.-M.-L. Csorich sandte Befehle aus, daßaus den Vorstädten Spritzen an Ort und Stelle gebracht würden.Bald nach 7 Uhr fuhr eine Hofspritze in der Nähe des AlbertinischenPalastes auf; ein über die Terrasse, welche den Augustinergang deckt,geleiteter Schlauch führte das Wasser auf das Dach des Augustiner-gebäudes. Das Militär arbeitete hier wie auf deni Josephsplatze un-ermüdet- Die Bürger-Cavallerie mühte sich ab Leute zum Löschen ab-zufangen; doch die meisten flohen: „Nehmt nun die zum Löschen, diedas Feuer angelegt haben", riefen einige. Höhnische Gruppen betrach-teten aus der Ferne den um sich greifenden Brand. „Das Militär-Hat sich da ein recht hübsches Freudeufeuer angezündet", flüstertensich die Schadenfrohen in's Ohr; denn laut dergleichen zu äußern,schien nicht mehr gerathen. Auf dem Glacis standen zahllose Zu-schauer, von den verschiedensten Empfindungen bewegt. Hier bloßeSchaulust, da Bedauern um die dem Verderben anheimgefallenenKnnstschätze, dort volkswirthschaftliche Berechnung, welcher Gewinndem Handwerk von dem Neubau zufalleu müsse. Daun wieder eineGruppe von Arbeitern, die niit verschränkten Armen, stumm, dochden unverkennbaren Ausdruck innerer Befriedigung auf das Antlitzgeschrieben, dem Wüthen des entfesselten Elementes zusahen; wenndie Flamme all einem Orte mächtig emporschlug oder krachend etwaseinstürzte, wies einer darauf hin und die andern nickten hohnlächelnddazu. Hatten sie sich in den Tagen zuvor doch nichts besseres ver-langt als die Kaiserburg in Brand zu stecken, und nun hatten es,wie sie sich überzeugt hielten, die kaiserlichen Soldaten selber gethan!„Diese Leute", bemerkt ein geistvoller Augenzeuge, „waren in demfurchtbaren Nachtstück, das sich vor allen Augen entfaltete, im eigent-lichen Sinne des Wortes die historischen Personen"^').
Dem Brande im Augustinergebäude gelang es am ersten Schran-ken zu setzen; auch das Feuer im Kircheudach begann nachzulassen;doch unaufhaltsam brannte das Innere des Thurms hinauf und hinab.Es war eine glühende Hölle, in die man durch die ausgebranntenhohen Bogenfenster blickte; man sah die Glocken nachgeben, stückweisefielen sie in die Tiefe, wo sie, da auch dort der Brand wüthete, von derGluthhitze zerschmolzen bis in die Form kleiner Tropfen sich auflösten.Die verschlossene Laterne entwickelte gleich einem Vulcan erst eine