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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Feuer-Signale vom StephanSthurm,

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Um dieselbe Zeit, da Messenhanser seine beschwichtigende Kund-machung auf's Papier warf es war 8 Uhr Abends schwirr-ten vom Stephansthurm schon Fenneberg's Signalraketen, sechs nacheinander, rauschend und Funken sprühend zum nächtlichen Himmelempor, undBravo" undEljen", Jubel uud lautes Gelächter ant-wortete unten, so oft ein Feuerpfeil iu die Höhe fuhr. Eine Abthei-lung Mobilgarde lagerte auf dem Platze und Schaaren von Neugie-rigen ballten sich immer dichter zusammen. Eine halbe Stunde spä-ter flogen sechs weitere Raketen auf und neues Gejohle tönte hinauf.Freut Euch nicht zu sehr", sagte Fröbel, der über den Platz ging,,,damit Ihr morgen die Trauer ertragen könnt!" Einige Männergaben ihm Recht; die Masse jedoch ließ sich ihre Freude nicht nehmen,zu deren Ausbrüchen einzelne Kanonenschüsse von den Basteien dieBegleitung bildeten. Gegen 9 Uhr erhellte bengalisches Feuer dieSpitze des Thurms fast fünf Minuten lang, und nun gab es wellige,die nicht darin eine Bestätigung vom Anmarsche der Ungarn erblick-ten; die Versicherung, das Neugebäude auf der Siunneringer Haidesei bereits iu ihrem Besitz, lief von Mund zu Mund. An den Wacht-feuern, die in den Straßen vieler Vorstädte brannten, sprach mannur vom gewissen Siege des andern Tages. Nachdem das Hellfeuerausgebrannt war, stiegen neuerdings Raketen empor, bis sich zuletztdie Menge, des Schauens und Schreiens müde, nach und nach verlor.Auch oben wurde es allmälig ruhig. Die Kroaten auf dem Linienlvallevor dem kleinen Belvedere, also in der Richtung von wo die Ungarnerwartet wurden, hatten sich zwar, sobald sie die Feuerzeichen in derStadt gewahrten, damit erlnstigt, nach jeder Rakete eine Patrone ansglühende Kohlen zu werfen, die schnell aufflackernd einen leuchtendenSchein verbreitete; doch kvuuteu das die Beobachter auf dem Thurmkaum wahruehmen und noch weniger dadurch getäuscht werden. AlsGroß und Auerbach bei hereingebrochener Nacht noch einmal in dieGegend hinausblickten, bemerkten sie nur iu weiter Entfernung denWiderschein von drei großen Lagerfeuern.

Um das Universitütsgebäude und auf den Basteien herrschtenoch wildes Treiben. Nachdem Fenueberg die Wiedereinsetzung Messen-hauser's erfahren, hatte er dem Gemeinderathe seine Abdankung ein-geschickt, ein völlig nichtssagender Schritt, da er ja von maßgebender