CoiUrercvolutio» der N-G.-Offiziere und des Gemeiudcrachs. 879
zu fügen, ihn dazu nöthigen zu wollen; da that er es und verließschimpfend und fluchend den Saal. „Erbärmliche Menschen", rief erunter der Thüre; „weil sie etwas zu verlieren haben, wollen siekeine Freiheit!" Nicht mindere Aufregung waltete im Gemeinderath,wo eben erst die Hetzendorfer Deputation über den Erfolg ihrer Sen-dung berichtet hatte. Die Botschaft des Studentenausschusses riefentschiedenen Widerspruch hervor. Was man sich noch vor wenigenTagen kaum zu denken getraute, fand nun barschen unumwundenenAusdruck. „Der Gcmeinderath", hieß es, „wird sich nicht länger vonder Aula in's Schlepptau nehmen lassen. Die jungen Leute sollenstudieren und nicht in öffentliche Angelegenheiten sich mengen!" DerVorschlag des Studentenausschusses wurde in der entschiedenstenWeise zurückgewiesen. „Seit wann es denn Brauch sei, alle Augen-blicke einen andern Ober-Commaudanten zu wählen? Messenhauserhabe verheißen, den Feind beim ersten Sturm zurückzuschlagen; wiesich jetzt zeige, habe er einen ganz unüberlegten Kampf begonnen;und wer habe den Schaden davon als die Stadt? Svlle man etwajetzt dasselbe Experiment von einem andern machen lassen?" Kubenikund Director Karl wurden in die Stallburg gesandt, Messenhauserzum Erscheinei: in der Versammlung einzuladen.
Blessenhauser befand sich seit der Scene auf dem Stephansthurmein einer sehr gedrückten Stimmung. „Man hat mich persönlich in-sultirt", sagte er denen, die in ihn drangen auf seinem Posten aus-zuharren, „und meine Ehre gebietet mir abzudanken." In der Thatsetzte er seine Nücktrittserklärung auf und überreichte sie der Reichs-tags-Permanenz. Er sprach beklommen und unzusammenhängend;„er sei gezwungen worden die Capitulation zu brechen", äußerte erunter andern, „da er doch entschlossen gewesen sie aufrecht zu hal-ten". In der Permanenz war man mit seinem Schritte nicht ein-verstanden; man war für eine Verständigung zwischen ihn: undFeuneberg. Doch das gaben die in der Stallburg versammelten An-hänger Messenhauser's nicht zu; „wenn sich Fenneberg zum Ober-Cvmmandanten aufdringe, werde man die Bürger zusammenrufenund vereint mit den gutgesinnten Garden allen Gräueln ein Endemachen".
Messenhauser begab sich in den Gemeinderath. Schon etwasermuthigt durch die feste Haltung der N.-G.-Ofsiciere, ließ er durch-