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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Die Zettel Messcnhauser's vom Stlphansthnrm.

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in's freie Feld würde ein nutzloses Opfer von Tausenden sein, wäh-rend die Ungarn, auch wenn sie kämen, zu schwach wären, bis andie Linien zu dringen." Zuletzt begab er sich, um allen Zudringlich-keiten zu entgehen, von einem Adjutanten begleitet auf den Thurm.Es war halb eilf, als er oben anlangte. Der Nebel war noch sodicht, daß sich mit den besten Fernrohren nichts deutliches erkennenließ; nur häufige Blitze und ein vom Luftzug herübergetragener,schwach vernehmlicher Kanonendonner ließ auf einen feindlichen Zu-sammenstoß schließen. Nach und nach kamen neue Gäste auf denThurm, Neichstagsabgeordnete, Smolka darunter, Mitglieder desGemeinderathes. Akademiker. Man drang in Messenhauser, die Stadtzu benachrichtigen; er war unentschlossen, der Capitulations-Bruchstand vor seiner Seele. Die Schlacht schien sich heftiger zu entwickeln;man stürmte auf ihn ein. Endlich gab er nach. Der erste verhäng-nisvolle Zettel wurde geschrieben:

Man sieht deutlich ein Gefecht hinter Kaiser-Ebersdorf,ohne die kämpfenden Truppen oder den Gang des Treffensausnehmen zu können."

Unten angelangt wurde das Blatt vor der Thür der Meßnerwohnungmit lauter Stimme vorgelesen und sodann in die Staatsdruckerei ge-tragen, die eine Auflage von 10000 Exemplaren zu veranstalten hatte.

Das war um 11 Uhr V.-M. Der Stephansplatz war von einerdicht gedrängten Menge erfüllt, unter der die wildeste Aufregung umsich griff. Ein Fiacre kam daher gesaust, Eckhardt und Cheizes spran-gen heraus und eilten in verschiedenen Richtungen fort. Die Gaffenwimmelten von den schmutzigsten Gestalten. Die Männerpreffe, dieSpionenwitterei, die Jagd auf die Schwarzgelbcn kam wieder involle Blüthe; harmlose Leute, von unbekannter Hand mit Kreide-strichen ans dem Rücken bezeichnet, wurden von gutmüthigeren Per-sonen gewarnt, sich nicht länger auf der Straße blicken zu lassenDas Amazoncncorps machte sich überall bemerkbar. Herren, die imCafs fran?ais unbefangen saßen, wurden von ihnen überfallenund aufgcfordert zn den Waffen zu greifen. Madame Perin zog ander Spitze eines Haufens durch die Straßen, alle Begegnenden zueinein Ausfall gegen das Militär herausfordernd. Auf dem hohenMarkt sah man, wie ein Mensch vom Pöbel zn Boden geworfen undblutig geprügelt wurde, weil er eine misliebige Aeußerung gewagt