Kammerverhandluiigell n, Turin.
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sei an der Zeit, er verbürge glücklichen Ausgang, während, je längerman zögere, der Erfolg desto zweifelhafter werde." Am 20. und 21.wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Die Minister versuchten neueUeberredungsmittel, die Kammer von verhängnisvollen Beschlüssen ab-zuhalten. „Unsere Lage", sagte Perrone de San Martino, „ist heutebesser als sie vor vierzehn Tage war, in einer Woche wird sie nochgünstiger sein. Die Wirkung des Wiener Aufstandes wird wedermorgen noch übermorgen enden. Man muß einen wüthenden Hundnicht bei den Ohren fassen wollen, sondern abwarten bis ihm dasGift die Eingeweide zerfressen hat." Mit mehr Anstand sprach derKriegsminister Dabormida. „Man sage, das Heer Radecky's sei inAuflösung; aber wie, wenn es sich angesichts der Gefahr wiedersammelte? Das Kaiserthum Oesterreich, heiße es, sei im Auseinander-fallen; doch es sei noch nicht auseinandergefallen, und wer könnesagen, daß es sich nicht wieder emporraffen werde? Die österreichischeArmee sei der piemontesischen an Mannszucht überlegen; der größteBeweis dafür sei ihre Zusammensetzung aus den verschiedenstenNationen, die doch wie ein Ganzes zusammenhalten. Ungarn, Italie-ner haben gegen uns gefochten." Der Abgeordnete Ferraris sprachin gleichem Sinne: „Der Feldzug gegen Oesterreich sei schön in derIdee gewesen, aber unklug im Wagnis." Gegen diese gemäßigtenStimmen sprach Brofferio mit zündenden Worten. „Drei Sachenempfehle ich: Dreistigkeit (arckluionto), Dreistigkeit, Dreistigkeit!"„Man will von Unabhängigkeit sprechen", rief Mellana, „so langePeschiera, Mantua, Verona und Legnago in den Händen Radecky'ssind!" Brofferio stellte den Antrag zu erklären: „Die Kammer könnenicht zugeben, daß auf den Erfolg der Vermittlung gewartet werde,um den Krieg zu erklären, und biete dem Ministerium seine Unter-stützung an, wenn es ihn ohne Verzug erklären wolle." Valerioschlug ein Ultimatum an Oesterreich vor, und zwar in der kürzestenFrist. „Sagen wir zehn Tage", meinte Ratazzi. Ein Theil der Zu-hörer klatschte, andere riefen: „Troppo, troppo!" Die Unbändigkeitder Galerien kannte keine Gränzen, so daß Cavour vom Präsidentenmit Heftigkeit verlangte, daß ihnen Stillschweigen anferlegt werde;„avn si puo ckiscmtoro sotto I'opprsssicmo äollo tribuuo". Als eszur Abstimmung kam, siegte das Ministerium über Brofferio mit 122Stimmen gegen 13; die von Ferraris vorgeschlagene motivirte Tages-