Drängen der extremen Partei in Galizien.
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Der Legions-Commandant, der manchem Unfug steuern und einigeZucht anfrechthalten wollte, erfuhr wiederholte Beleidigungen^).
Die Summe der Mäßigung wurde jetzt nicht mehr gehört. Dertüchtige Mpeiszewski hielt in seiner „Polska" an dem Standpunktfest, den die nationale Partei in der ersten Zeit besonnen eingenom-men hatte; allein er mußte seine Zeitung aufgeben, als gegen EndeSeptember die Setzer aller Lemberger Druckereien, von den Wühlernaufgestachelt, die Erklärung abgaben: sie hielten sich in ihrem Ge-wissen verpflichtet, ihre Mitwirkung zur Herausgabe eines so un-patriotischen Blattes zu versagen. Wenige Tage später trafen dieersten Nachrichten vom Wiener October-Aufstand in Lemberg ein.Nun glaubten die Ungeduldigen den Augenblick gekommen, den sieso lange ersehnt. „Das ist der Fluch der Theilung Polens!" riefensie mit gleißnerischem Pathos zur selben Zeit, wo sich ihre eigenenLandsleute im Reichstage rühmten, daß sie „vielleicht den hauptsäch-lichsten Antheil an dem Widerstande hatten, den die gegen das Volkgehetzte Svldatesca in Wien fand""^). Selbst die „Oa^sta po-die sich bis dahin vergleichsweise mäßig gezeigt, predigteoffen das Ende Oesterreichs. „Jetzt, wo der alte Bau in seinenGrundvesten erzittert, ist es unsere Pflicht, auf ihn loszustürmen,bis er völlig zusammenbricht; an seiner Erhaltung arbeiten, wäreDonquixotterie. Wir erwarten von den Wiener Demokraten keines-wegs unsere Befreiung, aber wir rechnen darauf, daß sie die Mon-archie auseinander schlagen, und dann ist unsere Zeit gekommen."Die Lemberger Rada narodowa versagte dem Grafen Goluchowskiihre Zustimmung zur Veröffentlichung der kaiserlichen Erlässe ausOlmüz. Maueranschläge, Flugblätter, Zeitungen überboten sich inLeidenschaft und Gemeinheit, in Ausfällen gegen Oesterreich, das sieeinem siechen Körper verglichen, der der Auflösung entgegeugehe.Die Lemberger Volkswehr, eben so kleidsam ausstaffirt als trefflichgerüstet und in Waffen geübt, ging in diesem Punkte vielleicht allendamaligen Nationalgarden Oesterreichs voran; im Verein mit derakademischen Legion und der aus Grenadieren, Musketieren undArtillerie bestehenden Bürgergarde bildete sie eine ansehnliche Machtvon vielleicht 10000 Mann. Das war aber den Leuten für ihreZwecke nicht genug. Der Sicherheitsausschuß verfügte die Anfertigungzahlreicher Lanzen, deren Anschaffung schon im April den Krakauer