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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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NI. 22. Eindruck,: und Einwirkungen der Wiener Ereignisse.

thanen! Streuen Sie bald die Segnungen der gesetzlichen Ordnungüber die reuige Stadt!"

Ernster als in Grätz ging es in den letzten Octobertagen in Brünnher. Bereits am 23. war eine doppelte Sendschaft, vom mährischenLandtage und von der Brunner Stadtgemeinde, am kaiserlichen Hof-lager in Olmüz mit einer Adresse erschienen, die den Wunsch aus-drückte, daß die Herstellung der Ordnung in der Neichshanptstadtauf friedlichem Wege vollbracht werden möge. Kaiser Ferdinandhatte in seiner Antwort zu erkennen gegeben, wieungemein Weh"es Seinem Herzen thne, daß Ihm die Pflicht gebiete, strenge Maß-regeln gegen Wien, dasder Schauplatz gräßlicher Unordnung ge-worden", anwenden zu müssen, wenn Er auch die Hoffnung nichtaufgeben könne und wolle, daß es noch möglich sein werde, dieHauptstadtohne zu den äußersten Mitteln zu schreiten" zur Ruheund znm Gehorsam znrückzuführen. Nachdem die Abgesandten am20. zurückgekehrt waren, wurde am 28. der Beschluß gefaßt, eineneue aus dem Landtage, dem städtischen Ausschüsse und der National-garde gewählte Deputation unmittelbar an den bevollmächtigtenFeldherrn zu senden, um eine Vermittlung zwischen ihm und der be-lagerten Reichshauptstadt anzubahnen, während ein vom N.-G.-Ober-Commandanten F.-M.-L. Malter an Wessenberg gerichtetes Tele-gramm vorläufigeEinstellung der Feindseligkeiten auf 48 Stunden"erbat. Am Abend des 28. ging eine kleinere Deputation an Wessen-berg ab, um sich Geleitschein und Empfehlungsschreiben für daskaiserliche Hauptquartier zu erbitten. Bevor sie am andern Tage mitder Antwort znrückkam, trafen in Brünn verworrene Nachrichten vonden Wiener Samstag-Ereignissen ein:Die Stadt sei auf das äußerstebedrängt, zur Hälfte bereits in den Händen des Militärs, ihr völligerUntergang stehe bevor." Sogleich bekam Brünn ein bedrohlichesAussehen. Die militärische Hauptwache wurde verstärkt; Cavallerieund eine Abtheilnng Schönhals marschirten auf. Gegen diese Maß-regel erfolgten Vorstellungen von Seite des Majors Herlth, Stell-vertreters des N.-G.-Ober-Commandanten; die bei solchen Gelegen-heiten gewöhnliche Phrase,daß durch den Anblick des Militärs dieAufregung des Volkes nur gesteigert werde", hatte die Zurückziehungder Truppen zur Folge. Jetzt aber ging die Hetze erst recht los.Laut wurde der Zuzug nach Wien verlangt, Stegreifredner sprachen