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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Belagerungszustand in der Leopoldstadt.

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dem allenthalben aufgerissenen Pflaster lagen Trümmer der granite-nen, vvn Kugeln zerschellten Barrieresteine, Stücke der gußeiserneneingestürzten Gascandelaber, Splitter herabgeschossener Anshängschilderumher. Je näher dem Praterstern, desto grauenhafter die Verwü-stung, bis wo rechts und links die beiden großen Eckhäuser, ausge-brannt bis ans den Grund, dastanden; noch dampfte der Schutt,noch rauchten die Trümmer, noch glühte das verkohlte Gebälke, nochrauschte der Strahl der Feuerspritze suchend durch die leeren Räume.An der Praterseite der Franzensallee waren ganze Partiell vonHäusern vom obersten Stockwerk bis zu den Kellerwölbungeil zukahlen Mauern ausgebrannt; an andern war nur das Dachwerkverschwunden und die brandgeschwärzten Rauchfänge ragten lang-gestreckt in die Lüfte. An vielen Stellen wühlte das vernichtendeElement weiter; inan mußte vorsichtig einherschveiten, um nicht durchHerabstürzen einzelner Gebäudetheile zu Schaden zu kommen. Unbegraben lagen die schwarzen eingeschrumpften Leichname der Verbranntenumher und wie oft rutschte der Fuß an einer schlüpfrigen Stellees war eine BlMache oder das verspritzte Gehirn eines Zerschmet-terten. Mitten in der Straße aber hatten ganze Familien unterfreiem Himmel ihren improvisirten Wohnsitz aufgeschlagen und blickteiltraurig auf die Stätte, von der ihnen hart vor dem einbrechendenWinter das schützende Obdach geraubt worden war.

Lebendiger ging es in der Nähe lagernder Truppenabtheiliingenher. Von allen Seiten trugen Dienstmädchen den Soldaten Er-frischungen zu, oder es drängten sich Juden heran, die den Soldatenwerthvolle Ringe und Uhren, Silberzeug, ganze Leinwandstücke, großeBanknoten, die Beute der Häuserstürmer vom gestrigen Tage, umeinige Silberzwanziger abschwindelten und sich glücklich priesen, wennihnen nicht das Gekaufte von andern Soldaten wieder abgeuommenwurde. Selbst in den folgenden Tagen kamen, besonders bei Durch-suchung der Wohnungen und Gewölbe nach verborgenen Waffen,einzelne Beraubnngen durch die Soldaten vor"'H.

Um halb neun Vormittags hatte sich die gemischte Deputationauf den Weg nach Hetzendvrf gemacht, wo sie jedoch den Fürstennicht traf. Sie mußte sich auf den Laaer Berg begeben, wo sichWindischgrätz seit dein gestrigen Tage befand.Meine tapfernTruppeil", redete er sie an,haben gestern alle Punkte erreicht, >^ie