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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Ausregung und Gewaltsceucu iu der Stadt.

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in die Stadt!" Eine andere, ein junges hübsches Mädchen mit gut-müthigem Ausdruck, stellte sich mit dem Gewehr in der Hand in Frö-bel's Schaar und schob sich, als er sie aus der Reihe fortwies, aneiner andern Stelle wieder ein, bis er sie zuletzt gewähren ließ; erberichtet nicht, was aus ihr geworden. Im Hofe der Stallburg wareine Anzahl Studenten und Garden versammelt, als auf schnauben-dem Rosse ein Reiter in Legionsuniform ankam. Alles umringt ihnund verlangt Nachrichten; da entblößt sich das Haupt und unterdem Calabreser kommt ein zartes, von Locken umwalltes Antlitz zumVorschein.Meine Herren", ruft eine feine Stimme,auf der Land-straße droht Gefahr; wer folgt einem schwachen Mädchen in denKampf!" Mit lautem Hurrah greift alles zu den Waffen und folgtihr zur Stadt hinaus'^''). Die Mänuerpresse war wieder in voll-stem Gange. Jedes Gerücht, das für die Städtischen ungünstig lau-tete, äußerte seine Rückwirkung durch vermehrtes Toben gegen die amWaffenspiel Unbetheiligten. Während die Kämpfe in der Leopoldstadtwütheten, wurden in der inneru Stadt die beiden Reichstags-Abge-ordneten Haimerl und Wojtech von einem aufgeregten Haufen, ander Spitze ein N.-G.-Officier mit gezogenem Säbel, mit Flüchen undDrohungen des Niederschießeus durch mehrere Straßen verfolgt, bissie sich in das Gasthauszum Winter" retteten, wo sie die Dazwischen-kunft eines andern Garden und eines Legionärs befreite. Schrecken-erregende Aeußerungen wurden laut. Alle Schwarzgelben müsse manbaumein lassen, die Burg in Brand stecken, demKaiser Franz" denKopf absägen. Mit einem verbreitete sich das schon oft ausgetauchteGerücht, aus dem Dominicauerkloster sei geschossen worden. Einwohlgekleideter Herr wurde ergriffen, unter Kolbenstößen und Bajonnet-stichen zum Tode geschleppt, das Blut floß ihm über das Gesicht,als zur rechten Zeit Füster einschritt und ihn in das Studenten-Comitö bringen ließ, wo sich seine Unschuld erwies. Das Klosterwurde untersucht, doch fand sich nicht das geringste Verdächtigevor "5).

Nicht minder wüst ging es iu den Vorstädten her. In manchenderselben, so namentlich in der Josephstadt und Alservorstadt, erschie-nen Leute niit einem Calabreser auf dem Kopfe, häufig Juden, umzur Herstellung gedeckter Verbindungen die Zwischenmauern der Häu-ser zu durchbrechen. Einzelne ließen sich mit Geld absurden; viel-