Erstürmung der St. Marxer und Erddrrgrr Limc.
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gewahren konnte, war von den Geschossen der Kaiserlichen bald inFlammen gesetzt. Salis ließ einen Theil seiner Truppen am Ufervorrücken, während ein anderer durch die Antongasse und ErdbergerHauptstraße gegen den Nazumowskij-Garten vordrang. Hier wurdensie von einem lebhaften Klcingewehrfener empfangen; zwei Com-pagnien Otocaner, welche die vordersten waren, verloren mehreredeute, darunter einen Officier, und zogen sich gegen den Gasometerzurück. Nun führte Salis eine Abtheilnng Stephanen im Sturm-schritt vor und nahm eine Barricade diesseits des Parks, währenddie am Donau-Canal vorrückende Colonne bereits in die Nähe derSophienbrücke gelangte. Es war gegen 1 Uhr N.-M., als ein Offi-cier der N.-G.-Artillerie von dieser Seite herangesprengt kam undden zur Vertheidigung gegen den Prater aufgestellten Garden undMobilen, bei hundert Mann stark, zurief: „Retirirt! Alles ist ver-loren! Das Militär folgt mir auf dem Fuße!" Jetzt wandte sichalles zur Flucht; die Kanonen wurden bespannt, aber, war es Ge-schick oder Zufall, die Pferde konnten sie bei aller Anstrengung nichtvom Flecke bringen. Die in den Park dringenden Truppen wurdennoch mit einigen Schüssen bedient, dann hörte jeder weitere Wider-stand auf. Ein Haus nächst der Sophienbrücke wurde gestürmt.Die Brücke selbst, deren Bohlen noch glimmten, ließ Salis nothdürf-tig Herstellen; Banalisten der Brigade Gramont nahmen sie daraufin Besitz.
Nach Einnahme der St. Marxer Linie theilte Hartlieb seineKräfte. Er selbst mit dem 4. Bataillon Oguliner und einer Sechs-pfünder-Batterie nahm die gerade Richtung durch die Hauptader derLandstraße, während zu seiner Linken Karger und Zeisberg mit einerDivision Fünfer-Jäger und dem Grenadier-Bataillon Ferrari denWiener-Nenstädter Canal hinabrücken sollten. Die Oguliner mußtenzuerst das von den Aufständischen hartnäckig vertheidigte große Schlacht-haus einnehmen und drangen dann durch die Hauptstraße hinab, wosie eine Barricade nach der andern mit stürmender Hand nahmen.Sie hatten ihre letzten Patronen im Lauf, als sie vor einer neuenBerrammelung standen. Man wollte auf frische Munition wartenDoch „dran, dran!" rief die Compagnie ihrem Hanptmann zu undmit gefälltem Bajonnet, ohne einen Schuß zu thun, wurde das Boll-werk genommen. Man war bis gegen die Einmündung der Kirchen-