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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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^>42 II. 18. Allgemeiner Ängriff am 28. Oetobcr.

aus dem sie wenigstens theilweise ersahen, welche Absichten man imkaiserlichen Lager für den kommenden Tag habe. Zugleich waren inder Stadt Gerüchte verbreitet, daß das Heer Moga's mit seinenVorposten bis gegen Schwechat stehe. Mcssenhauser machte beidesam Morgen des 28. in einem eigenen Tagesbefehle mit dem Beifügenbekannt:Der heutige Tag wird entscheidend sein". Vom frühenMorgen lag ein dichter Nebel über der Stadt, wie die Gemütherihrer Bewohner von sorgenschweren Wolken umdüstert waren. Gassenund Plätze waren belebt von einer Menge, die von ängstlicher Span-nung ruhelos umhergetrieben zu sein schien. Gegen das Getöse desschweren Geschützes, an das man von den vergangenen Tagen bereitsgewohnt war, stach die heutige dumpfe Stille mit unheimlicher Vor-bedeutung ab. Es war acht Uhr, es wurde neun, es wurde zehn,und von nahen und entfernteren Kirchthürmen konnte man denStundenschlag hören, der sich in dem sonstigen Gewühl kaum vondem nächsten vernehmen ließ. Da krachte um halb eilf der ersteKanonenschuß, der alles ans der scheinbaren Erstarrung riß; dieLeute, die sich auf dein Glacis durcheinander bewegten, hielten eineilAugenblick an, darauf eilten sie, erst gemessen, dann, als eine Geschütz-salve auf die andere folgte, schneller und immer schneller wie beieinem rasch einfallenden Regen, um aus dem gefährlichen Freien unter-em schützendes Obdach zu kommen. Unter den Vertheidigern wartrotz aller früheren Befehle und Gegenbefehle des Ober-Commandantenein unglaublicher Wirrwar. Abtheilungen der Nationalgarde, derLegion, der Mobilen, Haufen bewaffneter Arbeiter durchzogen inwilder Eile die Straßen, auf ihre Sammelplätze an die Linien, zuden Barricaden; kaum wußte man wohin sich zu wenden. Ueber dieFerdinandsbrücke wogte es in buntem Gewirrs dem rechten Ufer zu,Weiber, Kinder, alte Herren, mit sich schleppend was jedem dastheuerste war, oft die lächerlichsten Dinge, eine Katze, eineil Papageiu. dgl., dazwischen einzelne Kutschen und bepackte Wägen. Mittenin diesem Getümmel gewahrte man drei Carvssen, die bei unverkenn-barer Eilfertigkeit nur langsam über die Brücke fahren konnten; erstdrüben ging es in raschem Lauf um die Stadt herum gegen dieNassau, dann weiter über das Glacis gegen die Mariahilfer Straße.Es war der türkische Gesandte Chekib Effendi mit seinem Personale,der den vom Fürsten Windischgrätz schon am 22. gegebenen Wink,