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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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II. 14 . Schreckensherrschaft in Wie».

Trupps von einem halben Dutzend Zusammentreiber durchzogen dieStraßen; während ihrer zwei in die Höfe drangen und den Haus-meistern Krampen und Schaufeln Wegnahmenmorgen mögen siesie da und dort wieder abholen!", fingen die Andern alle Vor-übergehenden auf, zwangen ihnen die expropriirten Werkzeuge in dieHand und führten sie, oft 20 bis 25 Personen, an die Orte, woBarricaden zu bauen oder Verschanzungen aufzuwerfen waren. Inden Vorstädten, wo die Gefahr eines Angriffs von außen näherrückte, konnte man Knaben und junge Dirnen Steinblöcke, Balken,alten Hausrath herzutragen oder am Barricadenbau Mitwirken sehen"°),während kräftige Weiber aus dem Volke mit Picken, Hauen undSchaufeln das Pflaster aufrißen, daß von den Granitwürfeln dielichten Funken in die Hohe sprühten, und auf die entblößten StellenDünger ausbreiteten, um das Abprallen der Kanonenkugeln undGranaten zu lähmen.

Wenn man dieses allseitig rege Leben wahrnahm; wenn manliier einer durch die Straßen ziehenden Musikbande, von dem Ge-johle eines wüsten Haufens begleitet, begegnete, dort bewaffnete Rei-ter vorbeiflogen, die Berichte zu überbriugen oder Weisungen zuholen hatten; wenn man dergroßen Revue" beiwohnte, die am 25.um die Mittagstunde im Schwarzenberggarten abgehalten wurde,oder die Ansprache hörte, womit ein Bezirks-Chef seine versammeltenGarden aufeuerte, bis zum letzten Mann auszuharren, was sie ihmmit lautem Zuruf versprachen""): da mochte man Wohl einen Augen-blick meinen, ein Sinn und Geist walte, wie es die officiellen Pro-clamationen verkündeten, in allen Schichten der Bevölkerung; nurein Ziel beherrsche ihren Willen und ihre Handlungen, den verhaß-ten Feind, denMörder der Freiheit" von den Mauern ihrer Stadtzurückzuschlagen.

Doch wenn man dann wieder Zeuge der plötzlichen Augst wurde,des Auseinanderlaufens und Durcheinanderrennens der Leute, desFlüchtens in die Hausthore und Seitengassen, des Rnfens, Schreiens,Kreischens der Weiber, wenn in einer Straße unvermuthet ein TruppSeelenfänger erschien und unter Flüchen und pöbelhaften Schimpf-worten eine Hetze nach Männern am Arme ihrer Frauen, nachJungen an der Hand ihrer Mütter begann; wenn man gewahrte,