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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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II. 14. Schrcckenshcrrschast in Wien.

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zu gehen. Zwist und Hader, gegenseitiges Mistrauen, Verdächtigungund Anfeindung waren tägliche Erscheinungen, und selbst Thätlich-keiten blieben nicht ansBefehle und Absagen, verschieden lau-tende Anordnungen, die sich kreuzten, legten die Meinungsverschieden-heit bloß, die in den obern Regionen herrschte. Die Partei derExtremen wollte von nichts wissen als von Kampf um jeden Preis,ohne alle Rücksicht auf das Wohl der Stadt und ihrer Bewohner.Der Leiter des achten Vcrtheidigungs-Rayons wollte das Lichten-thalcr Bräuhans mit seinen ausgedehnten von Mauern umschlossenenGebäuden als Stützpunkt seiner Operationen benützen; daß 20000Metzen Getreides und viele hundert Schock Stroh, die darin aufge-speichert lagen, bei einem Angriffe in Brand gerathen und die anSchindeldächern reiche Umgebung weithin der Zerstörung zuführe»konnten, kümmerte ihn wenig, und es bedurfte eines ausdrücklichenBefehls Mcssenhauser's,das Lichtenthaler Bräuhans in seiner gan-zen Ausdehnung dürfe in keinem Falle zum Bertheidiguugs-Objectegemacht werden". Noch gefährlicher stand es mit dem neuen Haupt-zollamtsgebäude, wo die Wiener Kaufmannschaft Waareu von vielenMillionen im Werthe aufbewahrt hatte. Auf die pflichtgstreue Ver-wendung des Oberamts-Directors beim Finanz-Ministerium undN.-G.-Ober-Commando wurde die Anstalt als neutraler Boden erklärt,zum großen Aerger Fenneberg's, der sich gegen seine jugendliche Um-gebung in den ungemessensten Ausdrücken über dieseunzeitige Scho-nung der Pfeffersäcke einiger Krämer und Mäkler" ausließ.

Wenn auf solche Art die Gemüßigten manchen Rücksichtslosig-keiten der äußersten Partei in den Weg traten, so wußte andererseitsdiese die noch weiter gehenden Pläne der erster» in jeder Weise zukreuzen. Mehrere Bezirks-Chefs der Natioualgarde hatten, nachdemihre Anfrage vom 22. unbeantwortet geblieben, in ihren Compagnienabstimmen lassen, ob der Kampf fvrtzusetzen sei. Fast gleichzeitig setzteder Gemeinderath im Einverständnisse mit Messenhauser eine gemischteCommission zusammen, um über die Frage zu entscheiden, ob mannicht, da kein Pulver mehr vorhanden, die Waffen strecken solle. Dieüberwiegende Mehrzahl der Nationalgarden war im Innern ohneFrage friedlich gesinnt, aber noch hatten die Schreier die Oberhand,welche die Aufgebung des Kampfes für Hochverrath erklärten. Sofiel auch das Gutachteil der gemischten Commission gegen die Nieder-