Wnibischgrätz und da? aufständische Wien.
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auf dem politischen Kampfplatze, räumten mit den Elementen des Um-sturzes auf und machten Ordnung, ohne dazu erst einer Aufforderungzu bedürfen. Das; die Mehrheit der Wiener Bevölkerung eben das nichtwar, was Windischgrütz voraussetzte, war sein verhäugnißvoller Jrr-thum. Die Frist, und die verlängerte Frist, die er Wien gönnte, umes zur Erkenutniß und Sühnung der in seinen Mauern geschehenenUuthaten zu bringen, vermehrte nur die Qual der furchtsamen Un-betheiligten, stachelte nur den Verzwciflungstrotz der erschreckten Schuld-bewußten und brachte dadurch über Wien unendlich viel Leiden undWehe, die ihm erspart waren, wenn Windischgrütz gleich am ersteilTage that, was er am letzten doch thun mußte: die Stadt mit Sturmnehmen.
Als der kaiserliche Oberfeldherr in Hctzendorf eintraf, war ermit den Bedingungen, die er Wien zu stellen gedachte, bereits imreinen. Binnen achtundvierzig Stunden sollte die Stadt ihre Unter-werfung aussprechen, ihre Waffen herausgeben, die „Vorsteher derakademischen Legion und zwölf Studenten als Geißeln" stellen undaußerdem „mehrere" von ihm „noch zu bestimmende Individuen"ausliefern. Alle bewaffneten Corps sollten aufgelöst, alle Clubsaufgehoben, die Räume der Aula gesperrt, alle Tagesblätter - „mitAusnahme der Wiener Zeitung, die sich auf officielle Mittheiluugenzu beschränken hat" suspeudirt, alle paßlosen Ausländer undsolche, die keine Ursache ihres Aufenthaltes in Wien angeben könnten,ansgewiesen werden. Bierundzwanzig Stunden sollten zur Bekannt-machung dieser Forderungen gegönnt sein, so daß nach drei vollenTagen die Frist abgelaufen wäre. Alle diese Bedingungen, mit Aus-nahme etwa der Stellung von Geißeln, waren solche, die sich imGrunde bei einer in Ausruhr befindlichen und in Belagerungsstandversetzten Stadt von selbst verstanden; die Härte, einer Bevölkerunggegenüber wie die damaligen Wiener, lag nur darin, daß der Feld-marschall verlangte, sie selbst sollten sie in Ausführung bringen.Zwölf Kanonenschüsse, die um 5 Uhr Abends im kaiserlichen Lagerabgefenert wurden, bezeichneten den Beginn des der Stadt gesetztenTermins.
Noch vor Abendzeit war die Proklamation gedruckt. An einerGelegenheit, sie an ihre Adresse zu befördern, sollte es dem Fürstennicht fehlen. Ein Eilbote des Ministers Kraus und zwei Abgesandte