Hetzer und Zauderer hüben und drüben.
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Vorkehrungen schienen dafür zu sprechen, daß man im ungarischenLager fürchtete von Jelacie angegriffen zu werden; Pulszky aber gabsich die Miene, als habe die ganze Schuld an der Theilnahmslosigkeitder Wiener gelegen. „Ihr seid bestimmt Märtyrer zu werden", sagteer zu Blum und Messenhauser; „es ist ein schönes Loos, doch nichtjenes, das ich gerade suche. Mit halben Maßregeln macht man we-der Frieden noch Revolution. Haltet Euch an den Reichsverweserund seine Commissäre. Ich gehe zur ungarischen Armee."
Die Nachricht von der Abreise Pulszky's rief unter den Aufstän-dischen große Bestürzung hervor, die ein gewisser Neuwirth durch die„Erklärung", vom 19., zu beschwichtigen suchte, daß die in der Per-manenz gefallenen Aeußernngen „nur eine Privat-Meinnng des HerrnPulszky und keineswegs eine officielle Note des ungarischen Reichs-tages" gewesen seien. Auch brachte am selben Tage Leszczynski, vomNationalgarde-Ober-Commando ausgesandt „die Stärke und Stim-mung der ungarischen Armee zu prüfen", tröstliche Botschaft; es seien30000 Mann, 3000 Pferde, 42 Kanonen, alles trefflich ausgerüstetund vom besten Geiste beseelt. Die Heißsporne unter den Aufstän-dischen wühlten in der Masse, ließen den Reichstagsausschnß bestür-men die Ungarn herbeizurufen; Smolka, Schuselka und andere Ab-geordnete erhielten anonyme Drohbriefe, wenn sie unterließen, wasder allgemeine Volkswille verlange. Im Central-Ausschuß der demo-kratischen Vereine fielen die heftigsten Reden gegen den Reichstag,gegen den Gemeinderath; namentlich den letztem müsse man sprengen,wenn er nicht sein Handeln ändere. Awrum Cheizes stellte denAntrag, eine Petition mit 150000 Unterschriften in das Lager jenseitsder Leitha zu senden, damit die Ungarn auf diesen Ruf, der mehr„legalen Boden" hätte als die Stimmen der feigen Autoritäten, Wienzu Hilfe eilten. Doch im Central-Ausschuß kam man über Philippi-ken, die verhallten, und Beschlüsse, die nicht gefaßt oder wieder ver-gessen wurden, nie hinaus, und so blieb es auch mit der ungarischenHilfe beim alten. Die Permanenz des Reichstages schob den Gemsinde-rath vor, der berufen sei, die Stadt mit allen zu Gebote stehendenMitteln zu vertheidigen; der Gemeinderath hinwieder meinte, nurder Reichstag habe die Macht einen Schritt zu unternehmen, der überdas Bereich der bloßen Stadtvertheidigung hinausgehe.
Auch im ungarischen Lager gab es eine Partei der Dränger und