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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I 9. Jenseits der Leitha.

Zeit ein, ohne darum ihre Blicke von Temesvär abzuwenden. InTvmasovac an der Temes wurde ein mächtiger Brückenkopf gebaut,Lagerdorf, die Teufelsbrücke an der Karas, Sireg in der Backa wur-den befestigt. General Suplikac, der Führer des österreichisch-serbischenArmeecorps, schlug sein Hauptquartier in Pancova aus, um sowohldem Kriegsschauplätze im Banat als auch den befreundeten Gebietenjenseits des Eisernenthorpasses nahe zu sein.

Das ganze siebenbürgische Land war in zwei Lager gespalten.In den magyarischen und szeklerischen Gegenden wehte von Kirch-thürmen und Häusergiebeln die ungarische Tricolore, in den romani-schen das kaiserliche Banner; dort war das Feldgeschrei:Es lebedie Union!" (öffoir ar: niUo), hier:Es lebe die nationale Frei-heit !" Schon waren beide Parteien in gewaltigen Zusammenstoß ge-rathen, seit laugen Wochen floß Blut und wüthete die Flamme. EinGraf Haller zündet den wohlhabenden Ort Weißkirchen an, läßtmehrere Romanen bei lebendigem Leibe verbrennen, treibt in ihrenKirchen Unfug jeder Art; ein Baron Apor zieht an der Spitze einesSzekler-Haufens die Maros hinab, legt Dörfer und Weiler in Asche,läßt zu Radnot 26 Romanen aufhängen "2). Die Romanen ihrer-seits fallen über magyarische Besitzungen und Edelhöfe her, entwaff-nen sie, drängen ihnen Adler und kaiserliche Fahnen auf, schlachtenhin, was sich ihnen zur Wehre setzt; das schrecklichste Loos trifft dieFamilie Bradi'"), dreizehn ihrer Angehörigen werden in einen Brun-nen geworfen, mit hinabgeschleuderten Steinblöcken erdrückt underschlagen, das Schloß ausgeraubt und verbrannt. Inmitten diesesgegenseitigen Wüthens, und mit darunter leidend, hielten sich dieSachsen, im Herzen gut kaiserlich, aber in mancher Gegend demDrängen ihrer andersgesinnten Umgebung sich beugend; in ihrenDörfern sah man bald die ungarische Tricolore, bald schwarzgoldeneFarben, auch wohl beide gleichzeitig neben einander. Der südlicheLandstrich von der Banater Gränze bis zur Hüromszök gehorchte kaiser-lichem Befehle. Die zahlreichen sächsischen Burgen, seit den KuruzerWirren zu Anfang des vorigen Jahrhunderts theilweise abgetragen,wurden wieder in Vertheidignngsstand gesetzt, mobile bewaffnete Corpserrichtet, bei Hermannstadt Feld-Manoenvres der sächsischen National-garden abgehalten. In den romanischen Gebieten wurde, vorzüglichum dem zügellosen Wüthen Schranken zu setzen, der Landsturm organi-