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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Essegg und Peterwardein.

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schon früher den Befehlen Latour's und Jelacic', die Thore denkaiserlichen Truppen zu öffnen, hohngesprochen hatte. Im Südendagegen gaben nur Essegg und Peterwardein einige Hoffnung.

Essegg hatte durchaus ungarische Besatzung und auch die Bevöl-kerung der obern Stadt sympathisirte größtentheils mit den Magya-ren, wogegen die Einwohner der untern Stadt, überwiegend Serben,zum Banus hielten. Der Festungs-Commandant Jovic ließ auf demHauptwachgebäude die ungarische Fahne aufziehen, nahm den Truppenden Eid der Treue für die ungarische Sache ab, stellte ihnen besserenSold in Aussicht rc. Aber vom Thurm der Festungskirche wehtenoch das kaiserliche Banner, während am Söller des Magistrats-gebäudes die kroatischen Farben entfaltet wurden. So hatte Esseggvon allen Parteien etwas. Der unschlüssige Jovic machte sich baldkrank und der Platz-Oberstlieutenant Wantzel führte statt seinerdas Commando. Die Festung hielt sich neutral und verschloß ein-mal dem 0. Honvöd-Bataillon, das andremal dem Major Coric mitseinen illyrisch - banater Gränzern ihre Thore.

Aehnlich stand es mit Peterwardein. F.-M.-L. Blagoevic wollteder ungarischen Constitution die Treue bewahren, weil erUngarnüber alles schätze und liebe"; andrerseits hielt er sichals Soldatdoppelt verpflichtet, die Befehle Sr. Majestät zu erfüllen". Als daskaiserliche Patent vom 3. October zu seiner Kenntnis kam, sagte er:Das Manifest ist von niederschlagender Wirkung für die gegenwärtigeConstitution Ungarns; Kossuth hat doch die Dinge übertrieben."Als aber der Befehl Kossuth's vom 8. eintraf, gerieth er in neueZweifel. Der größere Theil der Besatzung, vom Regierungs-Com-missär Beöthy aufgehetzt, war magyarisch gesinnt, der geringere, dieMehrzahl der Offieiere und die Artillerie gut kaiserlich; die Truppender ungarischen Regimenter Don Miguel und Este zogen die Tricoloreauf, die aber von den italienischen Soldaten des Regiments Zaniniwieder herabgerissen wurde. Die Gegend um Peterwardein war fastdurchaus antimagyarisch. In dem am andern Ufer der Donau ge-legenen Neusatz ließ der Magistrat deu dort garuisonirendeu Soldatenvon Zanini das kaiserliche Manifest vom 3. im Hofe der katholischenKirche in Gegenwart einer gedrängten Zuhörerschaft vorlesen; dieSoldaten nahinen den Inhalt mit Freuden, die zahlreichen Serbenmit Jubel auf; nur eine Anzahl Husaren, die sich in der Menge