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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
Entstehung
Seite
117
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Als sich der October-Reichstag, vom Strome der Ereignisse fort-gerissen, an die Spitze einer Bewegung stellte, die mit seiner eigen-thümlichen Aufgabe durchaus nichts zu schaffen hatte, waren es zumTheil dieProvinzen", auf deren unterstützenden Rückhalt er seineHoffnung setzte. Auch kam ihm in der ersten Zeit mehr als eineVertrauens- und Ergebenheits-Adresse zu, die ihn in dem Wahnebestärkte, hinter ihm stehe das österreichische Volk, das er nur zurufen brauche, und wie ein Mann werde es sich erheben und um dieVertreter seiner Interessen schaaren. Der Central-Verein in Reichen-berg begrüßte den Reichstag und ließ eine Aufforderung an alle deut-schen Wahlbezirke Böhmens ergehen, ihre etwa beurlaubten oderfeld-flüchtigen" Abgeordneten zur schleunigen Rückkehr nach Wien aufzu-fordern. Die Stadtgemeinde Mährisch-Trübau wandte sich an ihnmit der Bitte, ihren Wahlbezirk, da ihr Abgeordneter Anton Weiglseinen Posten verlassen, für erledigt zu erklären und eine neue Wahlauszuschreiben. Aus der Hauptstadt der Steiermark kam eine Adressedes demokratischen Vereins und eine Deputation von zwanzig Stu-direnden, welche letztere die Meldung zu überbringen hatte,daß sichdie gesammte Studentenschaft von Grätz bei der gegenwärtigen poli-tischen Lage des Vaterlandes unmittelbar unter die Befehle des Reichs-tages in Wien stelle". In einer am 15. October in Bielitz an dergalizischen Gränze abgehaltenen Volksversammlung wurde beschlossen:daß der offene Uebertritt der Grenadiere zum Volke ein ruhmvollesund nachahmenswürdiges Beispiel für die ganze Armee sei; daß dieWiener Ereignisse des 6. October nur die Folgen der verrätherischenPläne der Reaction seien; daß es die heiligste Pflicht des Reichstagessei den Kaiser zur schleunigen Rückkehr nach Wien zu vermögen, alleunverantwortlichen Rathgeber von seiner Person zu entfernen undaus dem Lande zu verweisen". Der kärntnerische Volksverein zuKlagenfurt sandte am 17. dem Reichstag seinenheißesten Dank";der neuerliche glorreiche Sieg des unvergeßlichen 6. October hat mitehernem Griffel ein Blatt Volksgeschichte geschrieben, das der Zeiten-