Wiener März-Ereignisse 1848.
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Im Vorfrühling 1848 befand sich Windischgrätz in Wien, alsdie aus Paris und Italien, aus der Schweiz und aus DeutschlandSchlag auf Schlag eintreffenden Nachrichten eine Aufregung in ihremGefolge hatten, welche in dem seit langen Jahrzehnten nur durch Lust-barkeit und Vergnügungen geräuschvollen Wien eine ebenso unge-wohnte als bedenkliche Erscheinung war. Windischgrätz, der auf seinenPosten nach Prag eilen wollte, wurde erst von Metternich zurückge-halten und nach dessen plötzlichem Sturz von der kaiserlichen Familiebestürmt, in Wien zu bleiben und die oberste Gewalt mit dem Titelund der unbeschränkten Vollmacht eines Dictators zu übernehmen.Er lehnte dieß ab, erklärte sich aber bereit, unter den allseits dro-henden Umständen dem Kaiserthrone zur Seite zu stehen und bedungsich nur aus, daß alle Behörden, Civil wie Militär, zum widerspruchs-losen Gehorsam unter seine Weisungen verpflichtet und keine Art vonDeputationen ohne sein Wissen vom Hofe empfangen und beschiedenwürden. Von Anfang darauf bedacht, durch Vermehrung der Wiener-Garnison — sie bestand am 13 März nur aus 9000 Mann — demvon allen Seiten bedrängten Kaiserpaare einen sichernden Rückhaltzu verschaffen, wußte er dasselbe von so manchem übereilten, in seinenFolgen gefährlichen Beschlüße abzuhalten, während er andererseits dievon den Verfechtern starren Stillstandes wiederholt ihm gemachteZumuthung, alles wieder in den früheren Stand zu setzen, mit denentschiedenen Worten ablehnte: „Der Kaiser wird die seinen Völkerngemachten Versprechungen halten!" Der angeregten Abdankung desKaisers, der sich noch in den Märztagen von allen Geschäften zurück-ziehen wollte, setzte Windischgrätz die dringendsten Vorstellungen ent-gegen, so daß es vorläufig beini alten blieb. Gegenüber den Bemü-hungen des Erzherzogs Stephan, der mit gewandter Beiseiteschiebungder ihm unbequemen Mitglieder des Staatsrathes jene übermäßigenGewährungen für Ungarn durchzusetzen wußte, die in der Folge ihmselbst, seinem Lande und dem Kaiserstaate unabsehbares Unglück be-reiteten, drang Windischgrätz darauf, den selbstsüchtigen Uebergriffendes Panmagharismus in der Person Jelacic' einen Mann gegenüberzu stellen, dessen hervorragende Geistes- und Charakter-Eigenschaftener nach ihrem vollen Werthe erkannte. Allen vorgeschützten kleinlichenBedenklichkeiten zum Trotz avancirte Jelacic binnen wenig Tagenvom Oberst zum Generalmajor, vom Generalmajor zum Feldmarschall-