Die kaiserlichen Manifeste vom 16. und 19. October.
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geregten Verhandlung bei Wessenberg, der auch Schwarzenberg undStadion beiwohnten, drangen die anwesenden Abgeordneten in denMinister, eine, wie sie meinten, so verhängnisvolle Kundgebung zuunterdrücken und an deren Stelle eine andere zu setzen, worin dasHauptgewicht auf die Unauflösbarkeit des constituirenden Reichstagesund die ungeschmälerte Fortdauer der freiheitlichen Zugeständnissegelegt würde. Das geschah denn auch. In einem vom 19. datirtenManifeste wurde zwar gleichfalls, jedoch in glimpflicheren Ausdrücken,von den in Wien stattgefundenen „blutigen Ereignissen" und „Gräuelndes Aufstandes" ausgegangen und die Unvermeidlichkeit „militärischeMaßregeln zu ergreifen" hervorgehoben; es solle jedoch „in der An-wendung dieses äußersten Mittels nur so weit gegangen werden, alses zur Herstellung der Ruhe und Sicherheit sowie zur Aufrechthaltungder Würde des constitutionellen Thrones nöthig sein" werde; die denVölkern gewährten Freiheiten und Rechte sollten „in ihrer ganzenAusdehnung ungeschmälert bleiben", die vom constituirenden Reichs-tage gefaßten und vom Kaiser sanctionirten Beschlüsse aufrecht erhaltenund in Vollzug gesetzt werden; eben so sei es des Kaisers „festerWille, daß das begonnene Verfassungswerk von dem constituirendenReichstage in einer der vollen Gleichberechtigung aller Völker ent-sprechenden Weise ungestört und ununterbrochen fortgesetzt werde".
Das Manifest vom 19. October hatte ini Grunde die Bestim-mung, an die Stelle jenes vom 10. gesetzt zu werden. Vom letzterenwaren zwar schon Tausende von Exemplaren gedruckt, allein nochnicht versendet worden. Nur Windischgrätz hatte eine größere Anzahldavon empfangen, so daß sich, während die Abdrücke des Manifestesvom 19. unmittelbar nach Wien abgingen, jene älteren vom 16. aufdem Wege nach Lundenburg befanden; sei es nun, daß man verab-säumt hatte, den Fürsten von der stattgefnndenen Aenderung recht-zeitig in Kenntnis zu setzen, oder daß er nicht gewillt war, das wiederherauszugeben, was er im Einklänge mit seiner Mission einige Tagefrüher empfangen hatte und was, gleich dem späteren, Siegel undUnterschrift des Kaisers trug und von dessen Minister gegengezeichnet