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pflege, unwirksam, unanwendbar gemacht; verlange nicht, daß ich alleinDir nun gleich wirksamen Schutz gegen dasselbe Übel gewähre, sondernbenutze dazu Deine Vernunft — die ja schließlich auch eine meinerGaben ist."
Die Vermutung, daß die Natur dem Menschen gegenüber in demfraglichen Punkte wirklich auf irgendwelche Selbsthilfe des Menschenangewiesen sein könnte, gewinnt an Gewicht, wenn man sich an denbisherigen Entwickelungsgang unserer Rasse erinnert. Sehr treffend unddrastisch wurde uns von unseren freiländischen Freunden dargelegt, wiedie Menschen in den beiden bisherigen Kulturepochen einander wechsel-seitig zuerst als Schlachtvieh und dann als Arbeitsvieh behandelten.Und was war es anders, als die Not, was sie zu Beiden: antrieb?Drängt sich hier nicht unwillkürlich der Gedanke auf, daß unsere Vor-fahren, gerade weil sie der Natur zu stark geworden waren, um durchderen Eingreifen vor Übervölkerung bewahrt zu werden, einander erstgegenseitig auffressen und dann durch Entbehrungen dezimieren mußten?In der ersten Kulturepoche schützte sich der Mensch gegen die Ein-engung seines Nahrungsspielraums, indem er den Mitbewerber amTische der Natur totschlug und vom Hunger getrieben auch sofortverzehrte; in der zweiten Kulturepoche geschah dem Wesen nach nichtsanderes; der Mensch wurde langsam, stückweise aufgegeffen und seinerVermehrung dadurch eine Schranke gezogen, daß man ihn und seinenNachwuchs ebenso langsam und stückweise durch die Plage und durchdas Elend der Knechtschaft tödtete. Kurzum, der Mensch ist, seitdemer seine Vernunft gebrauchen gelernt, kein reines Naturwesen mehr;sein eigener Wille ist mitbestimmend geworden für sein Schicksal undes will mir scheinen, daß er sich auch in der zukünftigen Bevölkerungs-frage nicht auf das Walten der Natur allein verlassen darf, sondernseine eigenen Mittel zu Rate ziehen muß.
Lothar Montfort (Freiland): Daß der Mensch kraft seiner Ver-nunft sich zum König der Natur gemacht und außer sich selber keinenFeind sonderlich zu fürchten braucht, ist allerdings richtig, und ebensorichtig, daß er diese seine Vernunft auch in allen Beziehungen desKampfes ums Dasein gebrauchen kann und soll. Ich bezweifle auchgar nicht, daß, wenn es sich in der Übervölkerungsfrage wirklich soverhielte, wie mein Herr Vorredner besorgt, daß nämlich der Menschder Natur zu stark geworden, als daß sie ihm hier in derselben Weisehelfen könnte wie seinen tierischen Mitgeschöpfen, er vollkommen in derLage wäre, dieses Problem bei richtigem Gebrauche seiner Vernunftselbst zu lösen. Sollte ihm, seitdem er aufgehört hat, sich selber zuverfolgen, in der That Übervölkerung drohen, so würde und könnte durchwillkürliche Beschränkung der Nachkommenschaft Abhilfe geschaffen werden.
Zunächst bedarf es keiner sonderlichen Kühnheit, anzunehmen, daß'