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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Herstellung^.-eines Zustandes wirtschaftlicher Gerechtigkeit mit seinem Ge-folge von Glück und Reichtum bietet sich dem vorsorglich in die Zu-kunft blickenden Sinne die Gefahr der Übervölkerung dar; doch da dieErörterung dieses Bedenkens einen besonderen Punkt unserer Tagesordnungbildet, so will auch ich gleich jenen meiner Gesinnungsgenossen, die vormir das Wort ergriffen, vorläufig die sich unter diesem Gesichtspunkteaufdrüngenden Argumente bei Seite lassen; es gibt deren aber nocheinige andere, kaum minder gewichtige. Kann auf die Dauer eine Ge-sellschaft bestehen und fortschreiten, welcher die Triebfeder des Eigen-nutzes fehlt, vermögen Gemeinsinn und vernünftige Erwägung letzteredurchweg und mit gleicher Wirksamkeit zu ersetzen? Gilt nicht dasselbevom Eigentums? Eigennutz und Eigentum aber find meines Erachtensdurch die freiländischen Einrichtungen zwar nicht gänzlich bei Seite ge-schoben — das will ich gern zugeben — aber doch sehr wesentlich ein-geengt. Auch unter dem Walten der wirtschaftlichen Gerechtigkeit istdas Individuum immerhin für das geringere oder größere Maß seinesWohlergehens selber verantwortlich, der Zusammenhang zwischen demeigenen Thun und dem eigenen Nutzen ist nicht vollständig aufgehoben;aber indem das Gemeinwesen jedermann und für alle Fälle gegen Not,also gegen die letzte Strafe eigener Fehler und Unterlassungen un-bedingt schützt, ist doch der Stachel der Selbstverantwortlichkeit sehrwesentlich abgestumpft. Ebenso sehen wir das Eigentum zwar nichtgänzlich, aber doch in seinen wichtigsten Bestandteilen abgeschafft. Dieganze Erde mit allen an ihr haftenden Kräften ist herrenlos erklärt;die Produktionsmittel sind Gemeingut; wird das, kann das überallund allezeit ohne schädliche Folgen bleiben? Wird der Gemeinsinnaus die Dauer jene liebevolle, alle Zufälle sinnreich abwägende Vor-sorge ersetzen, die der Eigentümer dem ihm allein überantwortetenGute angedeihen läßt? Wird die heitere Sorglosigkeit, die bisher inFreiland allerdings bloß ihre Lichtseiten hervorgekehrt hat, nicht schließ-lich in Leichtsinn und Mißachtung dessen Umschlagen, was Niemandesbesonderer Verantwortlichkeit übergeben ist? Die Thatsache, daß es bis-her nicht geschehen, erklärt sich vielleicht nur durch die noch immer —es ist ja noch kein Menschenalter über die Gründung dieses Gemein-wesen dahingegangen — vorwaltende Begeisterung des ersten Anfanges.Neue Besen, sagt man, kehren gut. Der Freiländer siebt das Augeeiner ganzen Welt auf sich und sein Thun gerichtet; er fühlt sich nochals Bahnbrecher der neuen Einrichtungen; er ist stolz auf dieselben undder letzte Arbeiter hier mag sich solcherart noch verantwortlich fühlenfür die Art und Weise, wie er das ihm zugefallene Apostolat der Welt-freiheit ausübt. Wird das auf die Dauer Vorhalten, wird insbesonderedie gesamte Menschheit ähnlich fühlen und handeln? Ich bezweifle es,bin zum mindesten nicht vollkommen von der Notwendigkeit überzeugst