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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Reichtum für Alle zu ermöglichen, die Gleichheit also Armut für Allebedeutet, diese aber gleichbedeutend mit Barbarei gewesen wäre; sie kannnicht nur, sie muß jetzt zur Wahrheit werden, weil Dank der erlangtenKulturmittel unerschöpflicher Reichtum für alle produzierbar wäre, diethatsächliche Produktion dieses dem Kulturfvrtschritte entsprechenden Reick-tums aber zudem an die Bedingung geknüpft ist, daß jedermann genieße,was das Ergebnis seines Fleißes ist.

Der Vorsitzende fragt hierauf, ob niemand fernerhin zu Punkt 1der Tagesordnung das Wort ergreifen wolle und erklärt, da dies nichtgeschieht, die Diskussion über dieses Thema für geschlossen.

Zur Debatte gelangt nun Punkt 2:

Ist der Erfolg der freiländischen Einrichtungen nicktetwa bloß auf das ausnahmsweise und daher vielleichtvorübergehende Zusammenwirken besonders günstiger Ver-hältnisse zurückzuführen, oder beruhen dieselben auf überallvorhandenen, in der menschlichen Natur begründeten Voraus-setzungen?

Das Wort hat George Dare (Rechte): Wir haben den

großartigen Erfolg eines ersten Versuches der wirtschaftlichen Gerech-tigkeit in Freilaud so handgreiflich vor uns, daß die Frage, ob einsolcher Versuch gelingen kann, gegenstandslos geworden ist. Einanderes ist jedoch die Frage, ob er gelingen muß, überall gelingenmuß, weil er in diesem einen Falle gelungen ist. Denn die Verhält-nisse Freilands sind exceptionelle in mehr als einer Beziehung. Vonden hervorragenden Fähigkeiten, dem Feuereifer und Opfermute jenerMänner ganz zu schweigen, welche dieses glückliche Gemeinwesen grün-deten und zum Teil heute noch an dessen Spitze stehen, Männer, wiewir sie mit Sicherheit nicht überall zur Hand haben werden; darf auchnicht übersehen werden, daß dieses Land von der Natur so verschwen-derisch ausgestattet ist, wie wenige andere, und daß ein breiter Gürtelvon Wüste und Wildnis es — anfangs zum mindesten — vor jedemstörenden fremden Einflüsse bewahrte. Wenn geniale, von unbedingtemVertrauen ihrer Mitbürger getragene Männer, auf einem Boden, wojedes Samenkorn hundertfältige Frucht trägt, das Wunder vollbringen,unerschöpflichen Reichtum für Millionen aus dem Nichts hervorzu-zaubern, Elend und Laster ausznrotten, den Fortschritt der Künste undWissenschaften auf die Spitze zu treiben, so beweist das meines Er-achtens noch immer nicht, daß gewöhnliche Menschen, die zudem viel-leicht miteinander hadern, einander mißtrauen werden, auf magerem Bodenund mitten im Gewühle des Konkurrenzkampfes der Welt, die gleichenoder auch nur ähnliche Erfolge erzielen werden. Und daß ich indiesem Punkte einige Zweifel hege, wird um so erklärlicher erscheinen,wenn man bedenkt, daß wir in Amerika Zeugen Hunderter und aber