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leicht solche Erfolge vorhanden, auch wenn wir nichts davon wissen, istdie Erzählung vom goldenen Zeitalter mehr als eine fromme Fabel undsind wir etwa im Begriffe, neuerdings ein solches zu verwirklichen?Dann aber taucht wieder die Frage auf, von welcher Dauer dieses Zeit-alter sein, ob ihm nicht abermals das eherne und eiserne folgen werden— vielleicht in traurigerer schrecklicherer Gestalt, als jenes gezeigt, vonwelchem Abschied zu nehmen wir uns eben anschicken. Ich will es, demWinke des verehrten Vorsitzenden gehorchend, vermeiden, jetzt schon diemöglichen Ursachen eines solchen Rückfalls in verdoppeltes Elend zuuntersuchen, da dies das Thema des dritten Punktes der Tagesordnungsein wird; auch glaube ich, daß, bevor wir an die Klarlegung allerdenkbaren Folgewirknngen eines vorläufigen Gelingens unserer Bestrebungenschreiten, sehr zweckentsprechend zunächst festgestellt werden sollte, obdiese denn auch wirklich und in vollem Umfange gelingen werden, zuwelchem Behufs hinwieder die Klarlegung der Frage ersprießlich ist,warum dieselben bisher niemals gelungen, ja vielleicht niemals versuchtworden find.
Christian Castor (Centrum). Der Vorredner irrt, wenn er be-hauptet, im geschichtlichen Verlaufe der letzten Jahrtausende sei es zukeinerlei ernsthaftem Versuche einer Verwirklichung des Prinzips derwirtschaftlichen Gerechtigkeit gekommen. Einer der großartigsten Ver-suche dieser Art ist das Christentum. Wer die Evangelien kennt, mußwissen, daß Christus und seine Apostel die Ausbeutung des Menschendurch den Menschen verdammen; das Wort der Schrift: „Wehe dem,der sich mästet vom Schweiße seines Bruders" enthält schon im Keimeden ganzen Kodex des freiländischen Rechts und all dessen, was wir nunmehrins Werk zu setzen bestrebt sind. Daß das offizielle Christentum später-hin seine sociale Befreiungsarbeit fallen ließ, ist allerdings richtig, abereinzelne Kirchenväter haben immer und immer wieder, gestützt auf dieheiligen Texte, die ursprünglichen Absichten Christi zu verwirklichen gestrebt.Und daß es im ganzen Verlause des Mittelalters wie später in derNeuzeit an zum Teil sehr energischen Versuchen zur Verwirklichung deschristlichen Ideals niemals gefehlt hat, ist gleichfalls bekannt. Das wollteich zunächst hervorheben. Die Beleuchtung der Frage, warum allediese Versuche Schiffbruch litten, überlasse ich anderen, bewährten Kräften.
Wladimir Ossip (Linke). Fern sei es von mir, den edlen Stifterdes Christentums mit dem, was später aus seiner Lehre gemacht wurde, zuverwechseln; aber unser Freund aus der amerikanischen Union (der Vor-redner) geht meines Erachtens doch zu weit, wenn er ihn und seine Nachfolgerals unsere Vorgänger hinstellen will. Wir verkünden das Glück und dieFreiheit, Christus predigte Entsagung und Demut; wir wollen den Reich-tum, er die Armut Aller; wir beschäftigen uns mit den Dingen dieserErde, er hat das Jenseits vor Augen; wir find — um es kurz zu