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schonen, auch den seinen Schiffen bei Ungama zngefügten Schaden ver-zeihen; widersetzten wir uns, so werde er uns mit Krieg überziehen,und da er dafür gesorgt, daß uns so rasch keine Hilfe aus Europa zuerreichen vermöge, so könne der Ausgang wohl nicht zweifelhaft sein.Er habe sich mit einem Occupationsheere von 300000 Mann bereits inBewegung gegen unsere Nordgrenze gesetzt und werde längstens binnenWochenfrist an derselben eintreffen; an uns sei es, ob wir ihn alsFreund oder Feind empfangen wollten.
Die Antwort an den Negus lautete dahin, daß er sich zwar inseiner Voraussetzung, daß Freiland fremde Truppen aufzunehmen ge-dächte, täusche, da dieses den Engländern, Franzosen und Italienernebensowenig als ihm zu kriegerischen Zwecken die Grenzen offen zuhalten gesonnen sei; in Frieden mit ihm könnten wir jedoch trotzdemnur dann leben, wenn er sich entschließe, auch den genannten europäischenMächten gegenüber Frieden zu halten, und für das ihnen zugefügteUnrecht volle Sühne zu leisten. Nicht verschweigen wolle man nämlich,daß Freiland im Begriffe sei, mit diesen europäischen Staaten einenFreundschaftsvertrag zu schließen, in dessen Sinne es sich dann ver-pflichtet halten würde, die Feinde seiner Freunde auch als die seinigenanzusehen. Man warne ihn, Freilands stets an den Tag gelegteFriedfertigkeit als Mutlosigkeit oder Schwäche auszulegen. Eine WocheFrist solle ihm gelassen werden, um seine drohende Haltung aufzugebenund Bürgschaften des Friedens und der Sühne zu stellen. Solltendiese bis dahin nicht geboten worden sein, so würde Freiland ihn an-greifen, wo immer es ihn fände.
Selbstverständlich gab sich niemand über den Erfolg dieses Noten-wechsels einer Täuschung hin und mit aller Beschleunigung wurden dieRüstungen zum Kriege betrieben.
Kaum daß Telegraph und Zeitungen die erste Kunde von demabyssinischen Überfalle durch Freiland getragen, trafen von allen SeitenMeldungen und Anfragen bei der Zentralverwaltung ein, die Jeder-mann den vollgültigen Beweis lieferten, daß die Bevölkerung des ganzenLandes nicht bloß sofort begriffen hatte, ein Krieg sei bevorstehend,sondern sich auch unmittelbar ohne jeden bevormundenden Eingriff vonoben, alle jene Kräfte des Widerstandes ganz von selbst in Bewegungsetzte, welche eine auf den Krieg jederzeit gerüstete Militärverwaltungnur immer hätte aufbieten können. Freiland mobilisierte sich selber undes erwies sich, daß diese selbstdenkende Thätigkeit von Millionen intelli-genter, dabei aber an durchgreifendes Zusammenwirken gewohnter Köpfe,vollkommenere Ergebnisse lieferte, als durch einen noch so weislich er-wogenen und vorbereiteten behördlichen Mobilisierungsplan auch nurentfernt möglich gewesen wäre. Von allen Tausendschaften des Landeslangten schon im Laufe des ersten Tages Anfragen ein, ob die Zentral-