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oder mit der Drehbank, wohl auch mit dem Schreibpulte oder derRechentafel zu vertauschen in der Lage ist, wodurch eben jeneswundervolle Gleichgewicht der verschiedenartigsten Eiukommenszweigeermöglicht wird, welches die Grundlage der socialen Ordnung desLandes ist.
Junge Leute, die Berns zu höherer geistiger Thätigkeit in sich ver-spüren, wenden sich den eigentlichen Hochschulen zu, in denen FreilandsProfessoren, höhere Verwaltungsbeamte, Ärzte, Techniker u. s. w. aus-gebildet werden, oder den mit großartigen Mitteln ausgestatteten ver-schiedenartigen Kunstakademien, aus denen die Architekten, Bildhauer,Maler, Musiker des Landes hervorgehen. Doch auch in allen diesenUnterrichtsanstalteu wird fortlaufend neben der geistigen auf die körper-liche Fortbildung der größte Nachdruck gelegt. Die gewerblichen undkaufmännischen Fachschulen haben ihre Turn-, Ring- und Reitbahnen,ihre Schieß- und Fechtplätze so gut wie die Hochschulen und Akademien,und da die Jünglinge, welche hier ihre Fortbildung suchen, nicht sounmittelbar unter dem Einflüsse ihrer Lehrer stehen, wie die Knaben derMittelschulen, so ist durch das Institut der öffentlichen Gau- und Landes-übungen dafür gesorgt, ihren Eifer für körperliche Ausbildung nicht er-lahmen zu lassen. Alle Jünglinge zwischen dem vollendeten 16. und22. Jahre sind nämlich je nach ihrem Wohnsitze in Tausendschaften ge-teilt, die unter selbstgewählten Führern allmonatlich Hebungen halten,bei denen sie ihre körperlichen Kräfte und Fähigkeiten erproben. Ein-mal im Jahre findet in jedem der 48 Gaue, in welche zu Verwal-tungszwecken ganz Freiland geteilt ist, vor einem Preisrichterkollegium,welches aus den Siegern früherer Jahre gebildet wird, eine große Preis-übung statt, bei welcher erstlich von jeder Tausendschaft gestellte Cham-pions — es sind dies natürlich die tüchtigsten Recken, über die jedeTausendschaft verfügt — als Einzel-Fechter, -Schützen, -Reiter, -Ringer-Läufer sich messen; sodann kämpfen die Tausendschaften als solche,d. h. in Gesamtübungen um verschiedene Preise. Die Sieger bei diesenGauübungen bewerben sich dann bei dem wenige Wochen später ineinem zu solchen Zwecken besonders eingerichteten Thals des Aberdare-gebirges stattfindenden Landesfeste um die Ehre der Meisterschaft fürganz Freiland und man versicherte mir, daß kein griechischer Jünglingaus der Blütezeit von Hellas in heißerem Bemühen um den Ölzweigbei den Jsthmischen Spielen warb, als die freiländischen Jünglinge umdie Ehrenpreise bei diesen Aberdarespielen, obwohl auch hier die Gewinnein nichts anderem, als in schlichten Blätterkronen, daneben aber aller-dings in den vom Indischen Ocean bis zu den Mondbergen und vomTanganika bis zum Baringosee wiederhallenden Ruhmesfanfaren undin dem begeisterten Jubel jenes Gaues und jener Stadt bestehen, die soglücklich sind, die Sieger die Ihren zu nennen. Hunderttausende strömen