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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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nebst erlesenen Cigarren — alles gleich dem Biere und den Weinenfreiländisches Gewächs und Fabrikat. Dienerschaft war während derganzen Mahlzeit nicht sichtbar; die drei reizenden Mädchen holten allesaus dem geheimnisvollen Schranke oder von einem in dessen Nachbar-schaft befindlichen Serviertische.

Frau Ney machte jetzt den Cicerone. „Dieser Wandschrank" —erklärte sie — „ist auf der einen Seite Eiskeller, d. h. von gekälteterLuft durchströmt, auf der anderen Seite Herd, d. h. mit elektrischenHeizvorkehrnngen ausgestattet; in der Mitte zwischen diesen beidenbefindet sich — durch schlechtleitende Wände von ihnen getrennt— eine dritte Abteilung mit gewöhnlicher Zimmertemperatur. Außer-dem hat dieser Schrank die Eigenheit, sich nach zwei Seiten zuöffnen, hier herein in den Speisesaal, und hinaus in den Korridor.Während wir nun tafelten, brachte die „Speiseaffociation" in rascherReihenfolge die bei ihr bestellten Gerichte, teils vollkommen bereitet,teils, wie z. B. den Braten und einige Gemüse, fertig adjustiert,aber noch roh. Die Speisen wurden vom Korridor aus in die ver-schiedenen Fächer des Schrankes eingeschoben; Braten und Gemüsekochte ein Mitglied der Association in der rückwärts befindlichen Kücheinit gleichfalls elektrischem Herde gar. Das ist übrigens nicht die ge-wöhnliche Ordnung; wenn wir allein sind, wird in der Regel auch dasGeschäft des Garkochens hier am Schranke besorgt, und zwar vonmeinen Töchtern; das nimmt bloß kurze Zeit in Anspruch und Küchen-dünste sind dabei niemals zu spüren, denn dieser Speiseschrank, derHerd und Eiskeller zugleich ist, vereinigt damit auch noch die Eigen-schaften eines guten Ventilators. Das Reinigen der Geräte ist Sacheder Association, die übrigens, wenn es gewünscht wird, auch das Ge-schäft des Servierens bei Tisch übernimmt."

Der Kaffee wurde im Freien auf einer der Terrassen genommen;dann sangen die Damen zur Harfe und zum Klavier einige Lieder.Inzwischen machte uns Herr Ney mit den Familienverhältnissen der beidenZiehtöchter seiner Frau bekannt. Die eine derselben — Leonore — isteines Ackerbauers Kind aus Leikipia, die andere — Klementine — dieTochter eines Abteilungsvorstandes der Centralverwaltung. Letzteresbefremdete uns. „Warum" — so fragte ich — „verläßt diese zweiteDame das elterliche Haus, das doch auch ein vornehmes, hochgebildetessein muß?" Herr Ney erklärte nun, daß die Ziehtöchter nicht das vornehmegebildete „Haus", sondern ausschließlich die gebildete, geistreiche Fraudes Hauses suchen. Der Mann mag noch so berühmt und gelehrt sein,wenn die Hausfrau ein gewöhnliches Geschöpf ist, betritt niemals eineZiehtochter ihre Schwelle. Diese Einrichtung hat eben bloß den Zweck,den betreffenden Jungfrauen den Vorteil eines höheren Beispiels, einesveredelnden weiblichen Umganges, nicht aber den Glanz günstiger äußerer