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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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bräuchliche Bestimmung, mit dem Unterschiede allerdings, daß hierzulandeJedermann sein Telephon besitzt. Jene Schraube dort hat den Zweck,die Kaltluftleitung zu öffnen, welche künstlich gekühlte und zugleich einwenig ozonisierte Luft in jeden Raum leitet, falls die Hitze unangenehmwerden sollte; da dieses ausnahmsweise — wenn nämlich in den heißenMonaten ein nächtliches Gewitter am Horizonte heraufzieht — auchdes Nachts vorzukommen Pflegt, so ist die Schraube vorsichtshalber inder Nähe des Bettes angebracht."

Ich teile Dir all' diese Einzelheiten mit, weil ich glaube, daß sie Dichals Beweise dafür interessieren werden, wie wunderbar es diese Frei-länder verstanden haben, unsere abendländischen Haussklaven durch ihre„eisernen Sklaven" zu ersetzen. Bemerken will ich nur noch, daß die„Association für persönliche Dienstleistungen" selbst meines Vatersweitgehenden Ansprüchen durchaus zu genügen vermochte; er ver-sichert, im Hotel Bristol zu Paris keine bessere Bedienung gefunden zuhaben.

Um Dich nicht zu ermüden, erlasse ich Dir die Schilderung desersten und zweiten Frühstücks am nächsten Tage, und will Dir nurnach der Hauptmahlzeit, die um 6 Uhr genommen wird, den Mundwässern machen.

David gestand mir auf Befragen, daß man uns zu Ehren den sonstgebräuchlichen vier Gängen einen fünften zugelegt habe; aber nicht inder Mannigfaltigkeit, sondern in der Vorzüglichkeit der Gerichte, wie nichtminder in der Abwesenheit nicht zur Gesellschaft gehöriger und deshalbstörender Dienerschaft bestand der Reiz des Mahles. Ohne Übertreibungkann ich versichern, selten so vorzügliche Bereitung, niemals zuvor aberso erlesenes Material vereinigt gesehen zu haben. Das Fleisch der aufden würzigen Hochalpen gemästeten jungen Ochsen und zahmen Antilopenhat nirgend anderwärts seines Gleichen; die Gemüse stellen die seltenstenSchaustücke einer Pariser Ausstellung in den Schatten; insbesondere aberist die Pracht und Mannigfaltigkeit seiner Frucht- und Obstsorten derStolz Freilands. Und nun die merkwürdige Art des Servierens! Einin der Wand des Speisegemachs angebrachter Schrank entwickelte ausseinem Innern eine scheinbar unerschöpfliche Reihe von Eßwaren. Zu-nächst entnahm Fräulein Bertha diesem Schrank eine Terrine, welchesie vorsichtig an den elfenbeinenen Henkeln anfassen mußte — als derDeckel gehoben wurde, präsentierte sich eine köstlich dampfende Suppe.Dann gab ein anderes Fach des gleichen Schrankes einen Fisch heraus— derselbe war kalt, als ob er frisch vom Eise gekommen wäre. Nunfolgte — wieder aus einem anderen Fache — ein warmes Ragout,diesem ein ditto Braten mit mannigfaltigen Gemüsen und Salat —dann kam Eis mit Backwerk, Obst, Käse. Den Schluß bildete einschwarzer Kaffee, der aber vor den Augen der Gäste bereitet wurde,

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