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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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6000 unserer Frachtendampfer mit einem Laderäume von 15 Milli-onen Registertonnen; auf den Seen, Kanälen und Flüssen Afrikasbesitzen wir 17 800 größere und kleinere Dampfer von insgesamt5'/2 Millionen Tonnen. Die motorische Kraft aber, die all diese Ver-kehrsmittel und die zahllosen Maschinen unserer Landwirtschaft undunserer Fabriken, unserer öffentlichen und privaten Anlagen, in Be-wegung erhält, beträgt nicht weniger als 245 Millionen indizierterPferdekräfte, d. i. reichlich das Doppelte der mechanischen Kraft, überwelche derzeit die ganze übrige Welt verfügt. Es kommen sohin inFreiland nahezu 9^ Pferdekraft mechanischer Arbeitsenergie auf denKopf der Bevölkerung, und da eine indizierte Pferdekraft die Leistungs-fähigkeit von 12 bis 13 Männern entwickelt, so ist der Arbeitseffektder nämliche, als ob jeder Freiländer Kopf für Kopf ungefähr120 Sklaven zu seiner Verfügung hätte. Was Wunder, daß wir einHerrendasein zu führen vermögen, trotzdem es in Freiland keine mensch-lichen Knechte gibt.

Der Wert jener ungeheuren Investitionen aller Art läßt sichangesichts der wunderbaren Durchsichtigkeit unseres ganzen wirt-schaftlichen Getriebes ans Heller und Pfennig berechnen. Das frei-ländische Gemeinwesen als solches hat in den 25 Jahren seines Be-standes in runder Summe 11 Milliarden zu Anlagezwecken aus-gegeben; der Aufwand durch Vermittlung der Associationen und einzelnerIndividuen (letztere allerdings bloß mit verhältnismäßig verschwindendenZiffern vertreten) hatte 23 Milliarden — alles Pfund Sterling —betragen, so daß die Gesamtinvestitionen einen Reichtum von 34 Milli-arden darstellen, durchweg vorzüglich rentierendes Kapital, trotzdem,oder richtiger gerade weil es keinen bestimmten Herrn hat, denn ebendiese Herrenlosigkeit der gesamten Produktionskapitalien ist die Ursache,daß jeder Arbeitende sich jener Betriebsmittel bedienen kann, durchderen Anwendung er jeweilig die höchsten Ertrüge zu erzielen vermag.Jeder Freiländer ist Mitbesitzer dieses ganzen ungeheuren Reichtums,von welchem — den unschätzbaren Wert des Kulturbodens gar nichtgerechnet — auf den Kopf der Gesamtbevölkerung rund 1300 Pfd.Sterl., auf die Familie rund 6000 Pfd. Sterl. entfallen. Wir sindalso in diesen 25 Jahren allesamt gewissermaßen ganz behäbige „Kapi-talisten" geworden; „Zinsen" trägt uns dieses Kapital allerdings nicht,dafür aber verdanken wir ihm den Arbeitsertrag von 7 Milliarden,der, nmgerechnet auf die 26 Millionen Seelen Freilands, rund 270 Pfd.Sterl. per Kopf ergibt.

Ehe wir jedoch einer Schilderung des auf Grundlage dieser Füllevon Reichtum und Kraft sich entwickelnden Lebens Freilands Raumgeben, wird es notwendig sein, in kurzen Zügen einen Abriß der frei-ländischen Geschichte während der letzten 20 Jahre zu bieten.

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