Druckschrift 
Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

105

ordentlich rasch anwachsende Betriebs-Association in kurzen Zwischenpausenzahlreiche andere und größere Lasten- und Personendampfer folgen ließ.

Gleichzeitig nahm auch der Ausschuß einen nicht unbedeutendenTeil der neu eintreffenden Kräfte für mehrere auf öffentliche Kosten zubewerkstelligende Arbeiten und Einrichtungen in Anspruch: den dabeibeschäftigten Arbeitern mußte selbstverständlich ein, der Durchschnitts-höhe des allgemeinen Arbeitsertrages entsprechender — und wo es sichum besonders anstrengende Leistungen handelte, ein diesen Durch-schnitt entsprechend übersteigender Verdienst gesichert werden. DieseArbeiten waren in erster Reihe die provisorischen Hansbauten für dieneu eintreffenden Mitglieder. Dabei wurde daran festgehalten, daß jedeFamilie je ein eigenes Häuschen erhalte, während für die alleinstehendenAnkömmlinge mehrere große Hotels eingerichtet wurden. Die Familieu-häuser waren der Größe nach verschieden — von 4 bis zu 10 Wohn-räumen, jedes mit einem Garten von 1000 Quadratmeter Fläche ans-gestattet. Jeder Ankömmling konnte ein ihm nach Größe und Lagepassend erscheinendes wühlen, selbstverständlich gegen je nach Be-lieben ratenweise oder sofortige Barzahlung. Solcher Häuschen mußtenim Monatsdurchschnitt nicht weniger als 1500 fertiggestellt werden;sie waren aus starken Bohlen in doppelter Lage solid gefügt undder Bauaufwand stellte sich auf durchschnittlich 8^ Pfd. Sterlingfür jeden Wohnraum. Für die Benutzung der Hotelzimmer wurde einezur Amortisation der Baukosten und Deckung der Regie genügendeWochengebühr von ^ Sh. berechnet.

Gleichzeitig mit diesen Wohnhäusern wurde der Bau von Schulenin Angriff genommen, und zwar mußte, da bis ans weiteres dem Ein-treffen von 1000 bis 1200 Schulkindern im Monatsdurchschnitt ent-gegenzusehen war, fortlaufend für genügende Räume zu entsprechenderUnterbringung dieser so rasch anwachsenden Menge Vorsorge getroffenwerden. Selbstverständlich waren auch diese — gleich den Wohn-häusern — teils im Edenthale, teils ans dem Danaplatean errichtetenSchulräume nur provisorische Barackenbautcn, dabei aber licht, luftigund geräumig.

In der Lebensweise am Kenia hatte sich im übrigen einstweilennoch wenig verändert, mit Ausnahme des Umstandes, daß Edenthal,vor Eintreffen der ersten Wagenkarawane ein mäßiges Dorf, binnenwenigen Monaten zu einer mehr als 10 000 Seelen zählenden ansehn-lichen Stadt herangewachsen war. Auf dem Danaplatean, wo sich zuvornur einige Hütten befunden hatten, waren zwei ansehnliche Dörfer ent-standen, das eine mit den Arbeiterschaften einiger Fabriken am Ostende,hart neben dem großen Wasserfalle, das andere näher zu Edenthal ge-legen, der Sitz einer Ackerbaukolonie. Gemeinsam war all diesen Be-wohnern von Freiland ein ausgesprochener Zug sorgloser Fröhlichkeit