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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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zent der Einheit; auf die drei ersten Kinder jedes Haushalts entfielenje 5 Prozent. Vater- und mutterlose Waisen wurden in öffentlicheVerpflegung genommen und erforderten einen Aufwand von durchschnitt-lich 12 Prozent der Einheit. Männer über 60 Jahre und Krankeoder Invaliden erhielten 40 Prozent.

Es mag hier sofort bemerkt werden, daß diese sämtlichen Versor-sorgungsbeträge nach außerfreiländischen Begriffen geradezu horrend zunennen wären; schon im ersten Jahre betrug die Einheit 180 Pfd.Sterling, es bekam also eine Jungfrau oder Wittwe 48 Pfd. Sterling,eine verheiratete Frau 24 Pfd. Sterling, eine Familie mit drei Kindernund Frau wieder 48 Pfd. Sterling, ein Greis oder Invalide 54 Pfd.Sterling, was angesichts der bei uns damals herrschenden Preise mehrwar, als die meisten europäischen Staaten ihren höchsten Beamtenoder deren Witwen und Waisen an Pension zahlen. Denn ein Zentnerfeines Mehl kostete in jenem ersten Jahre am Kenia 7 Shilling oderMark, ein fetter Ochse 12 Shilling, Butter, Honig, das köstlichste Obstwaren zu ähnlichen Preisen zu haben, Wohnung beanspruchte nicht mehrals höchstens 2 Pfd. Sterling im Jahr, kurzum mit ihren 48 Pfd.Sterling konnte bei uns eine ledige Frau in Überfluß leben und brauchtesich nichts Wesentliches von jenen Annehmlichkeiten und Vergnügungenzu versagen, die zu jener Zeit in Edenthal überhaupt erreichbar waren.Und späterhin, als die Preise in Freiland denn doch einigermaßen stie-gen, eilte das Steigen der Arbeitserträge, d. i. also auch der Versor-gungsbeträge dem gewaltig voran, so daß der in diesen gewährte Über-fluß stets ausgesprochener wurde. Allein das lag eben in der Absichtdes Volkes in Freiland. Warum? Davon wird an geeigneter Stellenoch die Rede sein, insbesondere auch davon, warum den Frauen aus-nahmslos Versorgungsrecht zugesprochen wurde. Hier sei nur festge-stellt, daß die Deckung all dieser Ansprüche selbstverständlich stetigwachsende Summen erforderte.

Recht namhafte Ausgabeposten waren auch die für Statistik,Lagerhaus- und Bankwesen; indessen nahmen die Kosten dieser Ver-waltungszweige — trotz ihres großen absoluten Wachstums — relativ,nämlich im Verhältnisse zu dem steuerbaren Einkommen, so rasch ab,daß sie schon nach wenigen Jahren auf einen verschwindenden Pro-zentsatz der Gesamtausgaben gesunken waren.

Dagegen kosteten Justiz, Polizei, Militär und Fiuanzverwaltung,die in anderen Ländern reichlich Neun-Zehnteile des Gesamtbudgetsverschlingen, in Freiland nichts. Wir hatten keine besoldeten Richterund Polizeiorgane, unsere Steuern flössen von selber ein und Soldatenkannten wir auch nicht. Nichtsdestoweniger wurde bei uns nicht gestohlen,geraubt oder gemordet, gab es keine Steuerrückstände, und wehrloswaren wir, wie sich aus dem Späteren ergeben wird, keineswegs. Im