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Niemand zahlte bar, sondern gab Anweisungen auf sein Konto bei derCentralbank, die ihm seine Forderungen gutschrieb, die Ausgaben zuseinen Lasten buchte und ihm allmonatlich mitteilte, mit welchem Be-trage er bei ihr aktiv oder passiv sei. Denn auch die von Gesamt-heitswegen gewährten, zur Ausrüstung der Produktion dienenden, imvorigen Kapitel erwähnten Kredite gingen selbstverständlich durch dieBücher der Bank. Diese war solcherart über jede wie immer ge-artete geschäftliche Beziehung im ganzen Lande fortlaufend bis inskleinste Detail unterrichtet. Sie wußte nicht bloß, wo und wie teuerdie Produzenten ihre Vorräte und Rohstoffe einkaufeu, ihre Erzeugnisseabsetzen, sie kannte auch die Haushaltungsbilanz, das Einkommen undden Küchenzettel jeder Familie. Selbst der Kleinhandel konnte ander Allgegenwart dieser Kontrolle nichts ändern. Die meisten Lebens-mittel und zahlreiche andere Bedarfsmittel wurden von diesen Ge-schäftszweig betreibenden Associationen den Kunden ins Haus gestellt;auch diesen konnte die Bank auf den Heller nachrechnen, wieviel sieverdient hätten, denn auch deren Einkäufe wie Verkäufe gingen durchdie Bücher dieses Instituts. Die Konti der Bank aber mußten mitden Ausweisen des statistischen Amtes stimmen, und so besaßen dennalle Veröffentlichungen eine nicht bloß annähernd und schätzungsweise,sondern absolut sichere Grundlage; selbst wer es gewollt hätte, wäreschlechterdings außer stände gewesen, irgend etwas zu verheimlichen oderzu fälschen.
Diese allumfassende, automatisch sich ergebende Durchsichtigkeit dergesamten Produktions- und Erwerbsverhältnisse bot nun auch für die inFreiland eingehobenen Abgaben eine vollkommen verläßliche Grundlage.Grundsatz war, daß alle Ausgaben des Gemeinwesens von jedem Ein-zelnen genau nach Maßgabe seines Reineinkommens gedeckt werdensollen, und da es in Freiland anderes Einkommen als das von Arbeitnicht gab, dieses aber genau bekannt war, so machte die Verteilung derAbgaben nicht die geringsten Schwierigkeiten. Dieselben wurden ganzeinfach schon bei Entstehung des Einkommens erfaßt, und zwar durchVermittlung der Bank nicht bloß bei den Associationen, sondern auchbei den wenigen Einzelproduzenten. In Wahrheit hatte ja das Ge-meinwesen durch seine Bank jegliches Einkommen früher in Händenals der Bezugsberechtigte selber, und es brauchte diesem daher die Ab-gabe bloß in Rechnung zu stellen, unter den Passiven zu buchen, unddie Steuer war einkassiert. Man betrachtete daher in Freiland dieseSteuer gar nicht als Abzug vom Reineinkommen, sondern als eine vomBruttoerträge in Abrechnung kommende Auslage, etwa gleich den Be-triebsspescn. Niemand empfand sie, trotz ihrer sehr bedeutenden Höhe,als Last, schon aus dem Grunde nicht, weil Jedermann wußte, daß dergrößte Theil derselben ihm oder den Seinen wieder zufließen werde,