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Schließlich ergab sich jeder der Gefangenen in sein Schicksal. Dieeinzige Gefahr dieser Jagd besteht darin, daß der Jäger sich aufdie Sicherheit seines Urteils über den Charakter des Gefesselten ver-lassen muß in dem Augenblicke, wo er ihm znm ersten Male naht.Zwar stehen die zahmen Elefanten hülfbereit und aufmerksam dabei;da jedoch ein einziger Rüsselhieb des gereizten Tieres genügen kann,einen Menschen zu töten, so gehört immerhin viel Geistesgegenwartund Mut.zu der Sache. Die Inder versicherten übrigens, daß einhalbwegs an den Umgang mit Elefanten Gewöhnter aus dem Blickdes Tieres ganz zuverlässig auf dessen Absichten schließen könne; manbrauche daher bloß die Vorsicht zu beachten, keinem Gefangenen völlignahe zu treten, bevor man in dessen Auge die Ergebung in das Unver-meidliche gelesen, und es sei überhaupt nichts zu fürchten.
Schon nach sechs Tagen kehrte die Expedition mit ihren fünf Ge-fangenen zurück, die zwar noch nicht dressiert und zur Arbeit brauchbar,aber doch schon insoweit „zahm" waren, daß sie sich ruhig einsperren,füttern, tränken und unterrichten ließen. Nach Verlauf fernerer zweiWochen waren sie der Hauptsache nach „fertig", d. h. brauchbar zuallerlei Arbeiten, insbesondere wenn ihnen einer der Veteranen an dieSeite gegeben wurde. Miß Ellen feierte einen doppelten Triumph:sie besaß ein herziges Elefantenbaby, das zwar für ein Schoßtierchenetwas zu plump, aber nichtsdestoweniger das drolligste Wesen war, dases geben mag und sich rasch zum erklärten Liebling von ganz Edenthalaufschwang; und sie hatte des ferneren der Gesellschaft eine unerschöpf-liche Quelle sehr schätzbarer Arbeitskraft eröffnet, auf welche ohne sieniemand geraten wäre. Denn hätte sie sich nicht seinerzeit in den Kopfgesetzt, die Expedition mitzumachen, so wären wohl schwerlich so raschindische Elefanten und Elefantenführer an den Kenia gekommen, undohne diese wären die Elefanten Afrikas vielleicht von den Elfenbein-jägern ausgerottet gewesen, bevor an ihre Zähmung auch nur jemandgedacht hätte.
Von da ab fuhren wir mit dem Elefautenfange rüstig fort, so daßbinnen kurzem der Elefant das hauptsächlichste Tragtier am Keniawurde und überall dort verwendet werden konnte, wo schwere Lastenauf kurze Entfernungen oder auf Gebieten, die für Wagen unpassierbarwaren, bewältigt werden sollten.
Das so vortrefflich gelungene Experiment mit den Elefanten legteuns aber den Gedanken nahe, es mit der Zähmung noch anderer Tierenicht bloß zu Zwecken der Belustigung, sondern um des Nutzens willenzu versuchen. Zunächst kam das Zebra an die Reihe und es gelangauch mit diesem. Zwar die alten Tiere waren unbrauchbar; aber dieFüllen erwiesen sich — wenn sehr jung eingefangen — als leidlichgelehrig und nicht sonderlich scheu und in den zweiten Generationen
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