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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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Die Mahlmühle wurde — wie schon erzählt — noch EndeSeptember fertig. Sie fand sofort vollauf Beschäftigung. Zwar unsereeigene Ernte war noch nicht eingebracht; aber von den Wakikuja hattenwir inzwischen allmählich 10000 Zentner verschiedener Getreideartengekauft und in Speichern am Seenfer eingelagert, zu denen die Säge-mühle reichlich Baumaterial geliefert hatte. Bis Ende Oktober warendiese 10000 Zentner zu Mehl vermahlen; selbst wenn wir eine Miß-ernte hatten, brauchten die ersten paar Tausend fernerer Ankömmlingenicht Hunger zu leiden.

Wir hatten aber keine Fehlernte, vielmehr brachte uns, wenigeWochen nach Beginn der mit dem Oktober anhebenden heißen Jahres-zeit, der üppige, durch unser Bewässerungsnetz mit reichlicher Feuchtig-keit regelmäßig versehene Boden einen Segen, der aller europäischenVorstellungen spottet. Hundertzwanzigfache Frucht gab im Durchschnittjedes gesäete Korn; wir ernteten von unseren 300 Hektaren 42000 Zentnerverschiedener Getreidearten, denn nicht in einzelnen mageren Ähren,sondern in dichten, mächtigen Ährenbüscheln endete jeglicher Halm, dereuropäische Weizen und unsere Gerste nicht minder als die afrikanischenSorten. Bei Bergung dieses Segens kam uns besonders zu statten,daß schon gegen Ende August auch eine Maschinenschlosserei einige hun-dert Meter oberhalb der Mahlmühle eingerichtet worden war, die als-bald unter Benutzung von Wasserkraft zu arbeiten begann und teilsaus mitgebrachten Bestandteilen, hauptsächlich aber aus selbsterzeugtenMaterialien einige Erntemaschinen und zwei mit Pferdegöpel zu treibendeDreschmaschinen geliefert hatte.

Zu solcher Leistung aber war diese Werkstätte befähigt, weil unsereGeologen neben anderen wertvollen mineralischen Schätzen auch Eisenauf unserem Gebiete entdeckt hatten. Es wurde in der Nähe desEisenfundortes sofort ein Schmelz- und Raffinierofen und ein Hammer-werk errichtet, provisorisch und primitiv, aber doch genügend, um ganzbrauchbares Guß- und Schmiedeeisen zu liefern, das uns in unserenAusführungen sofort unabhängig machte von den aus Europa mitge-brachten Vorräten. Nun erst besaßen wir eine, wenn auch kleine, sodoch auf eigenen Füßen stehende Maschinenindustrie, und diese setzteuns in den Stand, die unverhofft reiche Ernte binnen wenigen Wocheneinznheimsen und zu verarbeiten.

Ein fernerer Gebrauch, den wir sofort von unserer gesteigertenLeistungsfähigkeit machten, war die Errichtung zweier neuer Sägemühlenund einer Bierbrauerei. Die Sägemühlen brauchten wir, um für diestetig anschwellende Menge der angekündigten Genossen bequemeUnterkunft zu schaffen, die Brauerei sollte dazu dienen, sie durch einenWillkommentrunk des von den meisten sicherlich schwer entbehrtenheimischen Getränks zu überraschen. Sowie die Gerste geschnitten und