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beobachtend und offenbar nicht ganz im Reinen darüber, was sie ausuns machen sollten. Daß wir aus dem feindlichen Massailande kamen,mochte wohl Mißtrauen erregen, denn wir waren schon zwei Stundenlang solcher Art marschiert, ohne daß unsere Begleiter sich hervorwagten.
Dem mußte ein Ende gemacht werden, da irgend ein unvorher-gesehener Zwischenlall leicht zu Mißverständnißen und daraus sich er-gebenden Feindseligkeiten führen konnte; ich fragte daher Sakemba, obsie sich getraue, allein unter die Wakikuja zu gehen. „Warum nicht",meinte sie, „dabei ist so wenig Gefahr für mich, als wenn ich alleinin die Hütte meiner Eltern träte". Ich ließ also Halt machen, dieAndorobo schritt furchtlos auf die Büsche zu, hinter denen wir dieWakikuja wußten und hinter denen sie alsbald verschwand. Nach Ver-lauf einer halben Stunde kam sie in Begleitung einiger Wakiknjaweiberzurück, die abgesandt worden waren, die Glaubhaftigkeit von SakembasAussagen zu untersuchen, d. h. zu sehen, ob wir wirklich allesamt bisauf einige Treiber Weiße seien und ob sich — der sicherste Beweisunserer friedlichen Absichten — wirklich auch zwei weiße Mädchenunter uns befänden. Dunkle Gerüchte über uns waren zwar schon biszu den Wakikuja gelangt, allein da die feindlichen Massai die Quellederselben gewesen, so wußten sie nicht, was sie davon glauben sollten.Mit der Entsendung der Weiberkommission waren aber die guten Be-ziehungen zwischen uns eingeleitet; einige verschwenderisch gespendeteKostbarkeiten gewannen uns sehr bald die Herzen und das volle Zu-trauen der schwarzen Schönen. Unsere Besucherinnen nahmen sich garnicht Zeit, zu den Männern zurückzukehren, sondern winkten und riefendieselben herbei, welchem Rufe diese denn auch Folge leisteten, so daßwir im Handumdrehen von einigen Hundert uns verwundert und nochimmer etwas scheu anglotzender Wakikuja umgeben waren.
Nun trat aber ich, begleitet bloß von einem Dolmetsch mittenunter sie und fragte, wo ihr Sultan oder ihre Ältesten wären. SultanHütten sie keinen, war die Antwort, sie seien unabhängige Männer;ihre Ältesten dagegen seien anwesend, mitten unter ihnen. „Dannlaßt uns sofort ein Schauri halten, denn ich habe Euch Wichtiges mit-zutheilen". Der Aufforderung zu einem Schauri kann kein Afrikanerwiderstehen, und so saßen wir denn alsbald im Kreise und ich konntemein Anliegen Vorbringen. Zunächst berichtete ich von unseren Helden-thaten bei den Massai und wie wir diese zum Friedenhalten mit unssowohl, als mit allen unseren Freunden gezwungen, wie nicht mindervon unserer späterhin bethätigten Freigebigkeit. Darauf versicherte ich,daß wir auch die Wakikuja uns zu Freunden zu machen wünschten,woraus für sie Ruhe vor den Massai und großer Gewinn von unssich ergeben würde. Wir aber verlangten nichts, als freundliche Auf-nahme und ruhigen Durchzug durch ihr Gebiet. Sodann ließ ich