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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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saftigsten Tropenwelt und der schauerlichen Ode zerrissenen Geklüftes undewigen Eises, wie hier im äquatorialen Afrika. Die Tier- und Pflanzenweltam Fuße des Himalaja z. B. ist zwar nicht minder herrlich, wie imWald- und Quell-Lande von Taweta; aber während die schneebedecktenGipfel des Central-Asiatischen Gebirgsstockes sich Hunderte von Kilo-metern entfernt vom Fuße desselben erheben und es daher dem Menschennicht vergönnt ist, die Reize beider zugleich zu genießen und durch denGegensatz zu steigern, kann man hier, beschattet von einer wildwachsen-den Banane oder Mangopalme mit einem guten Fernrohre die uner-gründlichen Schlünde der Gletscherspalten zählen, so znm Greifen naheist die Welt des ewigen Eises der des ewigen Sommers gerückt. Undwelchen Sommers! Eines Sommers, der seine reichsten Schätze an Schön-heit nnd Fruchtbarkeit gewährt, ohne unsere Nerven durch seinen Glut-hauch zu erschlaffen. Man muß diese schattigen und doch lichten Wälder,diese allenthalben durch den blumenduftenden Boden hüpfenden kristall-klaren Bäche gesehen; diese kühlenden Lüfte, die beinahe ununterbrochenvon den nahen Eisfeldern herabwehen und sich unterwegs durch denBlumenatem der tiefer gelegenen Bergabhänge würzen, um seine Schläfenempfunden haben, um zu wissen, was Taweta ist.

An materiellen Genüssen greifbarer Art bietet dieses gesegneteLändchen eine überreiche Fülle. Fette Rinder, Schafe und Ziegen,Hühner, köstliche Fische aus dem nahen Jipe-See und dem Lumi-Flusse,einige besonders delikate aus den rings vom Kilima-Ndscharo herab-schäumeuden kleineren Gebirgswässern, Wildpret in tausenderlei Ab-arten, befriedigen selbst den unersättlichsten Hunger nach Fleisch; dasPflanzenreich schüttet ein nicht minder reiches Füllhorn fast aller in denTropen irgend gedeihenden Feldfrüchte, Gemüse und Obstarten aus.Dabei ist alles so wohlfeil, daß selbst der übermütigste Schlemmer nichtim Stande ist, mehr als wenige Pfennige täglich auszugeben — fallsdie liebenswürdigen, gastfreundlichen Wataweta überhaupt Zahlung an-nehmen, was uns gegenüber fast niemals der Fall war. Aller-dings kam uns dabei der Ruhm unserer Heldenthaten gegen die Massaiund insbesondere unsere Versicherung zu statten, daß wir auch Tawetavon diesen bösen Gästen befreien würden, die bisher zwar noch beijedem Angriffe von den uneinnehmbaren Waldfestnngen des Kilima ab-geschlagen worden waren, deren Nachbarschaft sich aber bisweilen dochsehr lästig erwiesen hatte. Auch war unsere Hand den Taweta-Männernund mehr noch den Weibern gegenüber stets offen. Europäische Ge-räte aller Art, Kleidungsstücke, primitive Schmucksachen, und haupt-sächlich eine Auslese von Photographien und bemalten MünchenerBilderbogen gewannen uns die Herzen unserer schwarzen Gastfreunde,so daß, als wir am Morgen des 23. Mai endlich aufbrachen, wirebenso ungern diesen herrlichen Waldwinkel verließen, als die Wataweta