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Kraftäußerungen der Natur, die in Blitz und Donner dem ^schwarzen Wolkenschoß entfahren, sind in aller Kraft und Gewaltdoch nur ein Phänomen, während da unten auf der Erde dieunscheinbare Knospe ihre zarten Hüllen sprengt, aber lebt, wirklichist in ihrer unscheinbaren Gestalt.
Nur da, wo die einflußmächtigen Kräfte und Erscheinungender Natur das ganze Sinnen- und Seelenleben des Menschenunmittelbar berühren und bestimmen, schlürft dieser das volle,aus sich selbst herausflnthende, aller Haft und Hüllen entkleideteLeben an sich; schleppt er doch andererseits gleichsam unterdem licht- und wärmeleeren Himmel in seinen gedrückten Mienen,seinem freudlosen Blicke, seinem gebeugten Haupte, seinem pro-fessionell verrenkten Gliedern, seinem müden Gange und de»gezwungenen Bewegungen das Leben mit sich, und nur einer !kleinen, den niederen Sorgen und Lasten enthobenen Minderzahl Iseiner Gattung gelingt es, Rhthmus und Plastik der Seele und !des Leibes zu bewahren. Wie anders der Mensch im palmigen ISüden, wie ihn uns die namhaftesten Reisenden, z. B. ausCentral-Afrika schildern! „Ans den großen, strahlenden Augen,"
— so heißt es dort, — „scheint die Fülle des südlichen Sonnen-lichtes wieder zu leuchten, ans den schwellenden Muskeln, denelastischen Gliedern die Vollkraft und ewige Jugend der Natur,ihr sättigender Ueberflnß hervorzustrotzen, durch Gang, Bewe- ^gung, Antlitz und Mienen, Wort und Wesen, — alles nur ei» - ^Strahlen, ein Leuchten, — ein fluthend Meer von Lebens- lgefühlen sich zu ergießen!" — Aber auch die Gebilde der Menschen- !Hand tragen einen helleren Schimmer und athmen ein wärmeres ^Leben wieder, wo der leuchtende Strahl des südlichen Lichtesauf sie fällt; Athen und Rom wären nicht Athen und Rom §unter einem Himmel ohne Licht und Wärme, und ständen sieauch da in aller Glorie und unter dem Knnstzenithe der Tagedes Perikles.
1822 )