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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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Dichters handelt, sondern um eine allgemeine Lehre, von derer nur einer der hauptsächlichen Begründer ist.

Es ist von Wichtigkeit, gleich jetzt, noch ehe wir tiefer indie Betrachtung der Metamorphosenlehre eingedrungen sind,hervorzuheben, daß in derselben nicht etwa blos davon die Redeist, daß die verschiedenenBlattformationen" infolge ähnlicherEigenschaften unter einen Begriff zusammengefaßt werden können,gleichwie man Niederblätter, Laubblätter und Hochblätter alledrei von jeher Blätter genannt hat, während man dem gegenüberfrüher allgemein nur von Kelch und Krone mit ihren Theilenoder Zipfeln, von Staubgefäßen und Stempeln, noch nicht vonKelch-, Krön-, Staub- und Frucht-Blättern sprach.

Jene drei Blattarten haben im allgemeinen eine sich unmittelbardarbietende Ähnlichkeit; ihre äußere Form, ihre innere Gewebe-zusammensetzung, ihre Stellung an der Achse, ihre vorzugsweiseim Dienste der Assimilation stehende Verrichtung das sind ge-meinsame Züge, durch welche sie meist mehr oder minder stark gegendie übrigenBlattformationen" abstechen. Daß es Uebergängezwischen ihnen und den letzteren giebt, konnte ihre übereinstimmendeBezeichnungsweise nicht verhindern, denn Uebergänge giebt esüberall in der Natur; und wollte man dieselben bei der Namen-gebung und auch bei der Auffassung der Dinge stets genau berücksich-tigen, dann müßte man überhaupt alles gleich benennen, allesals ein und dasselbe betrachten. Die Namengebung hatimmer an die am allgemeinsten vorhandenen Extreme anzu-knüpfen, und das zwischen diesen Liegende muß dann als eineZwischen- oder Uebergangsform gelten, ohne die trennende Be-nennung und Auffassung zu stören. Wie freilich die Uebergangs-formen zu erklären sind, wie sie entstehen können, das ist etwas anderesund wird jedenfalls wenn ergründet (denn noch giebt es keineumfassende mechanische Morphogenie) ein Helles Licht aufdie Bildungsart von einander verschiedener Dinge werfen.

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