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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
das Gefühl in seiner nothwendigen Verbindung mit Be-wegungsgefühlen und der daraus folgenden Gefühls -modification. Das Gefühl ist nicht unmittelbar, sondernnur mittelbar Träger der Association. Daraus erklärtsich, wie einerseits die Gefühle den Verlauf unserer Vor-stellungen aufs Mächtigste beherrschen und bedingenkönnen, und wie es gleichwohl so schwer, ja unmöglichist, Gefühl an sich zu reproduciren. Diese Bedeutungdes Gefühls erklärt uns auch einen dunklen, bis jetztunerklärten Punkt der Associationsgesetze.
In neuerer Zeit nimmt man nur noch zwei Artenvon Ideenverbindung an. Erstens durch Aufeinanderfolge,indem auch die räumliche Nähe nur durch zeitlicheAbfolge wirkt; zweitens durch innere Verwandtschaft(Gleichheit, Aelinlichkeit, Contrast). Hauptsächlich istes die Ableitung der Verbindung durch den Contrast,welche allemal verfehlt wird. Man weiss sich hier näm-lich nicht anders zu helfen, als dass man den Contrastals eine Art der Aelinlichkeit auffasst. Das heisst denndoch aber nichts anderes, als die Verknüpfung durch denContrast ganz leugnen. Denn wenn contrastirende Vor-stellungen einander erwecken nur durch dasjenige, wassie noch gemeinsam haben, dann ist doch offenbar nichtder Contrast das sie Verknüpfende, sondern ihre Aehn-liclikeit. Nun aber ist es in der That der Fall, dassgerade der Contrast bisweilen Vorstellungen verknüpft.Wer z. B. in einer Wüste ist, wird gewiss an üppigenPflanzenwuchs, nicht aber, wie es der Fall sein müsste,wenn obige Ableitung richtig wäre, an andere Wüstendenken. Wir sehen aber hier zugleich auch deutlich inden wahren Grund der Association durch Contrast hinein.Der angeführte Fall und ähnliche derart beziehen sichauf Gefühlsaffectionen. Den Gefühlen aber ist es eigen,