804
DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Schwäche, seiner Machtlosigkeit. So würde also dieEmpfindung durch ein enges Band mit den elementarstenLehensthätigkeiten verknüpft sein.
„Meine Analysen verfolgen einen ganz bestimmtenZweck, den, alle Seelenprocesse auf Ein einfaches, physischpsychisches Element zurückzuführen.“ Wir haben hierfürein Beispiel gegeben, und wenn man einwendet, dass nurdie Gefühle niederer Art, die sinnlichen Gefühle in dieserinnigen Verbindung mit den Gesetzen des Lebens stehen,so antwortet Horwicz darauf, dass die Gefühle höhererArt sich alle auf die niederen zurückführen lassen, nureine Complication von diesen und folglich den Nerven-processen sind.
Wir wollen ihm in seiner Classification der Gefühle,welche nichts Neues hat und lebhaft angefochten ist,nicht folgen, sondern lieber an einem Beispiele, der Re-production oder dem Gedächtniss, die vorwiegende Rolleerläutern, welche er im intellectuellen Leben dem Ge-fühle beimisst.
„Darüber ist man wohl allgemein einverstanden, dassdie Reproduction auf dem allgemeinen Beharrungsgesetzeberuht, obwohl es sich nur selten ausdrücklich hervor-gehoben findet, wie z. B. bei Volkmann. Indess kannder Grund des Beharrens nicht lediglich in mechanischerFortwirkung bestehen, denn die Empfindung ist dasLeiden, verbunden mit jener Freiheit, die wir als dasMerkmal des Organischen kennen lernten. Eine weitereConsequenz und zugleich ein höherer Grad dieser Frei-heit und Willkür ist die Aufbewahrung der Empfindung.“
Das Vehikel der Ideenverbindungen, d. h. die Ur-sache des Wiederbewusstwerdens der Vorstellungen, istnun für Horwicz das Gefühl. Der Grund des Beharrensist der fortdauernde Trieb auf einen bestimmten Reiz mit