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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DAUER DER PSYCHISCHEN ACTE. 295

ohne möglichen Erfolg unaufhörlich über grosse Problemezu streiten. Aber ist denn die vorliegende Frage wirklichso unbedeutend? Sie lehrt uns offenbar nichts über dasinnere Wesen des Gedankens, und die Forscher, welchedieses Problem experimentell behandelten, haben sichdiesen Zweck auch gar nicht vorgesetzt. Die Wissen-schaft hat mit unlösbaren Fragen nichts zu thun. Vordem fertigen Ganzen, das man eine Thatsache nennt,besteht ihre Aufgabe darin, alle zu ihrer Bildung ein-gehenden Elemente dem Experimente und der Messungzu unterwerfen. Darüber hinaus vermag sie nicht, denndie wissenschaftliche Kenntniss einer Thatsache heisst dievollständige Bestimmung ihrer Beziehungen; alles Uebrigegehört in die Metaphysik.

Hier ist nun dasselbe Verfahren eingeschlagen, wiein jeder Wissenschaft. Die psychische Erscheinung, soverwickelt sie sonst auch sein mag, ist in ihren bildendenElementen untersucht; die Schwankungen ihrer Dauersind festgestellt. Allerdings wäre es von grösserer Be-deutung, wenn man auch in andere Bedingungen ein-zudringen versuchte, z. B. die physiologischen Ver-änderungen der Nervenzellen, aber jede Eroberungeröffnet neue Bahnen und neue Fortschritte. Wenn dieGeschwindigkeit des Nervenprincips in den motorischenund sensiblen Nerven für den Psychologen anscheinendvon untergeordneter Bedeutung ist, so wird doch hier-durch die psychische Erscheinung immer mehr eingeengt:man sucht ihr auf unterirdischen Wegen nahe zu kommen.Statt der inneren Methode, welche bisher allein an-gewandt ist, um die Folge unserer Empfindungen undVorstellungen zu untersuchen, hat man eine objectiveMethode angewandt, welche unter anderen das Unbe-gründete der Annahme ergeben hat, die innere Ord-