WUNDT.
225
den Schlusspunkt. Offenbar beruht diese Erscheinungdarauf, dass wir mit den verschiedenen Theilen unsererNetzhaut verschieden empfinden.
Für den Einfluss der Bewegungen auf die Bildungdes Gesichtsfeldes hat Wundt folgende Beweise ge-geben.
1. Ein und dieselbe Distanz erscheint uns in senk-rechter Richtung grösser als in wagerechter, etwa im Ver-hältniss von 5:4. Dies ist aber auch das Verhältniss zwi-schen den Muskelkräften bei der senkrechten und bei derwagerechten Bewegung.
2. Wir sind im Stande noch die Länge zweier hori-zontaler Linien zu unterscheiden, auch wenn sie nur umVso von einander abweichen. Ebenso entspricht die Be-wegung , welche das Auge in diesem Falle auszuführenhat, einem Fünfzigstel der Gesammtbewegung.
3. Die geringste für uns noch schätzbare absoluteEntfernung und die schwächste Augenhewegung ent-sprechen einem Winkel von einer Minute.
4. Bei Lähmung des Abductor der Pupille scheinen,wie schon oben hervorgehoben ist J ), die Gegenstände etwasmehr nach aussen gelegen. Der durchlaufene Weg scheintdann länger, weil der Muskel sich stärker contrahirenmuss, um dieselbe Bewegung auszuführen.
Hieraus geht zur Evidenz hervor, dass wir wirk-lich in der die Bewegung begleitenden Empfindung ein
V S. Seite 149.Kibot, Psychologie.
15