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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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WTJNDT.

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es ist ein übereilter Schluss, wenn der Nativismus, weiljene Bedingungen angeboren sind, nun auch die räum-liche Tastvorstellung selbst für ursprünglich ansieht.Dem Empirismus dagegen kann nicht widersprochen wer-den, wenn er der Erfahrung einen maassgebenden Einflusszuschreibt, aber damit ist nicht bewiesen, dass die Tast-vorstellung selbst aus der Erfahrung entspringt. Versuchtman zwischen beiden Ansichten zu vermitteln, indem maneine bestimmte Localisation für ursprünglich gegebenhält, der Erfahrung aber einen verändernden Einfluss zu-schreibt, so vermeidet man den Fehler des Nativismusnicht und begeht ausserdem noch einen neuen, weil maneine fest gegebene Baumvorstellung annimmt, und dieselbedoch für bestimmbar durch Erfahrungseinflüsse ansieht.Nimmt man aber seine Zuflucht zu einer völlig unbestimm-ten Localisation, die ihre Beziehung auf den wirklichenRaum erst durch die Erfahrung erwartet, so steht dies imWiderspruch mit dem Begriff der Localisation, als derBeziehung auf einen bestimmten Ort im Raume.

Um diese Einwände zu vermeiden, nimmt Wundtan, dass jeder Punkt der Haut und jeder Punkt der Netz-haut sein Localzeichen, d. h. seine eigentliümliche undbesondere Art, die Eindrücke zu empfinden, hat, wodurchder Beginn einer Localisation gegeben ist. Diese ver-schiedenen Eindrücke sind von Bewegungen, und folglichauch Innervationsgefühlen begleitet, welche nach demGliede und der gereizten Stelle verschieden sind. Aberweder die localen Eindrücke an sich, noch die Bewegun-gen an sich können uns die Localisation im Raume geben,erst die Verbindung dieser beiden Elemente durch eineArt „geistiger Chemie“, eine psychische Synthese, lieferteine Combination, welche nichts anderes ist als die Raum-anschauung selbst.