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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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HERBAKT.

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leicht eine unabweisliche Nothwendigkeit jeder Psycho-logie, selbst der experimentellen, ist, von irgend einermetaphysischen Hypothese auszugehen; sondern wirmeinen diejenige Hypothese, welche seiner ganzen Psy-chologie zu Grunde liegt, und nach welcher die Vor-stellungen Kräfte sind, die sich unter einander bekämpfen.Ist sie auch .nicht die beste und einzig mögliche, soberuht sie doch wenigstens auf positiven Thatsachen.Aber dieser fügt Herbart noch eine Reihe durchauswillkürlicher hinzu, deren wir mehrere bereits gelegent-lich erwähnt haben und denen wir leicht einige anderezufügen könnten. So sollen die Vorstellungen Restezurücklassen, mit deren Hülfe sie Verschmelzungen bildenzwischen jeder Vorstellung und ihrem Reste soll aber eineWechselwirkung bestehen, welche dem Producte derverschmolzenen Reste direct, der Intensität jeder Vor-stellung indirect proportional ist. Diese Hypothesegründet sich weder auf irgend eine Thatsache der Er-fahrung, noch hat sie eine mathematische Nothwendigkeitfür sich. Ferner stellt er, um die absolute Intensitäteiner Vorstellung nachzuweisen, die ebenso willkürlichewie unwahrscheinliche Hypothese auf: wenn zu zwei Vor-stellungen a und b, die in starkem Gegensätze stehen,eine dritte c von minderem Gegensätze hinzutritt, sosollen plötzlich a und b einander loslassen, um sich beideauf die ihnen verwandtere c zu werfen, ähnlich wie zweierbitterte Gegner über irgend einen unschuldigen Drittenherfallen, der sich beikommen lässt, zwischen ihnen ver-mitteln zu wollen. Gehört es aber zum Wesen der ent-gegengesetzten Vorstellungen sich zu hemmen, so kanndie Hemmungssumme von a und b durch den Hinzutritteiner dritten Vorstellung c nur in so weit alterirt werden,als diese dritte Vorstellung selbst wieder a und b

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