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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
mit cler Mechanik der Körperwelt ihre Verschiedenheitennicht übersehen. Wir haben hier keine Winkel, alsokeine Sinus und Cosinus, wir haben keinen unendlichenRaum, sondern alle Bewegung der Vorstellungen ist zwi-schen zwei festen Punkten eingeschlossen, ihrem völliggehemmten und ihrem völlig ungehemmten Zustande.Statt der Schwere, welche die Körper nach unten drängt,haben wir hier das natürliche und beständige Aufstrebenaller Vorstellungen, um in ihren ungehemmten Zustandzurückzukehren. Gehen wir vom Zustande des Gleich-gewichts, oder, was vom Standpunkte psychologischerErfahrung besser ist, von dem Zustande der Hemmungaus, in dem die Vorstellungen sich befinden, so sehen wir,dass das Gleichgewicht nur durch neu hinzutretendeKräfte gestört werden kann. Wenn die Hemmungssummesinkt, so findet eine Bewegung der Vorstellungen statt.Die Mechanik des Geistes will nun berechnen: das Sinkender Hemmungssumme; die Geschwindigkeit der Be-wegung für jede Vorstellung; die Zeit, innerhalb derensie sich vollzieht; das mittelbare oder unmittelbare Er-wachen der Vorstellungen.
Wir können uns auf die Ausführung im Einzelnennicht einlassen, sondern nur zu zeigen versuchen, wieHerbart mit Hülfe des Reproductionsgesetzes die Bil-dung der Allgemeinvorstellungen und besonders die desRaumbegrifls erklärt.
Infolge des Kampfes um ihre Existenz nimmt jedeVorstellung das Bewusstsein nur während einer be-schränkten Zeit ein und verwandelt sich dann in einStreben vorzustellen. Ueber die Natur dieses Strebensspricht Herbart sich nicht ganz klar aus, man kann sichdasselbe jedoch als einen Zustand des Gleichgewichtsvorstellen, da gleiche, aber entgegengesetzte Kräfte sich