Druckschrift 
Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

HERBART. 37

Die Gnmdprincipien der mathematischen Psychologielassen sich also kurz so zusammenfassen:

Die Vorstellungen werden Kräfte, wenn sie einanderwiderstehen. Dieses geschieht, wenn ihrer mehrere ent-gegengesetzte Zusammentreffen. Dabei verlieren die Vor-stellungen an Intensität, d. h. sie werden gehemmt.

Da vernichtete Vorstellungen so gut wie keine sind,so muss das Vorstellen nachgeben, ohne vernichtet zuwerden, d. h. das wirkliche Vor stellen verwandelt sich inein Streben vorzustellen.

Vorstellungen sind im Gleichgewichte, wenn dennothwendigen Hemmungen unter ihnen gerade Genügegeschehen ist; jede ist dann im Zustande des Strebensvorzustellen, im Zustande der Verdunkelung.

Die Vorstellungen gelangen nur allmälig zum Gleich-gewichte; die fortgehende Veränderung ihres Grades vonVerdunkelung heisst ihre Bewegung.

Mit der Berechnung des Gleichgewichts und derBewegung der Vorstellungen beschäftigen sich die Statikund Mechanik des Geistes.

Oder allgemein, wenn A und B die Vorstellungen, a und 6 ihrerespectiven Intensitäten sind:

(o -f- b): b = b :(a -f- b ): a b :

6 »

a + bab

a 6

folglich bleibt für

A = a

62

a 4- 6

ab

a -j- 6

für B = 6