Zehntes Kapitel.
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als er sagte: „er sei nicht schlechter, als ein gewisser, von ihm mitNamen genannter „Biedermann", und der ganze Unterschied sei der,daß jener seine Schlechtigkeit dreiunddrcißigprozentig und erdagegen die seine nur zchnprozentig zu verwerthen wisse." Auchgehört hierher der jambische Vers, den Nnaxandrides ') auf seineTöchter machte, als deren Vcrheirathung sich in die Länge zog:
Term i n v er sä u m er sind für die Ehe die Mädel mir!
So das Witzwort des Polycuktos auf einen gewissen ApovlektischeusSpcusipposZ: „derselbe könne nicht Ruhe halten, obschon er vomSchicksal in die Fünfflötenlöcherkrankheit 2) gespannt sei."So nannte Kephisodotos die Kriegsgaleeren gewöhnlich bunt ge-malte Tretmühlen" und der Hund^) die Weinstuben Athens
Ueber seinen Prozentsatzwih s. BockhS Staatshaushaltung der Athener I,S. 135 ff. WachSmuth hell. Alterthk. H, I, S. 283 ff.
Anaxandrideö, der Komiker, älterer Zeitgenosse beö Aristoteles, einwunderlicher Kumpan (ällion. IX, 874) und einer der fruchtbarsten Dichterder neueren attischen Komödie) bezeichnet feine Töchter als überkagige Schuld-ner, die gegen ihn mit dem Zinse (der Vcrheirathung) im Rückstand sind,S. Meier und Schbmann Att. Prozeß S. 508.
2) Wir sagen: in den Bock. Der Athenische „Bock" war ein Holz-gestcll mit fünf Löchern, für Hals, Arme und Beine des Verbrechers, und hießVeßhalb in, VolkSwitz das „Fünfflvtenlvcherholz" cFünfsyringenholz). S. Aristo-rhaneS, Ritter V. 1055. Vln6. Ein solcher antiker „Bock" ist noch heute zuNeapel im klusvo Lorbonlco zu sehen, wo er gleichsam symbolisch den heutigenNeapolitanern ihr Schicksal andeutct. — PvlyeukroS, der dickwanstige Hu»morist und politische Freund des Demosthenes, verspottet hiermit Jemanden,den Aristoteles offenbar nicht nennen wollte, und daher bloß als „einen ge,wissen Apoplektischen" bezeichnet. Aber eine spätere Redaktion schrieb denNamen des Mannes (SpeusippoS) dazu und dieser Mann war der Schüler,Freund und Nachfolger PlatonS! Aus Diogenes von Lacrte wissen wir, daßSpeusippoS sehr schwächlichen Leibes und zuletzt kontrakt, dabei aber sehr leiden,schädlich war. AlS Aristoteles dlese Vorträge hielt, lebte SpeusippoS noch, da-ber mochte er ihn nicht nennen, und ich habe deßhalb den Namen eingeklam-mert. SpeusippoS starb im Jahre 339, während Aristoteles in Makedonien war.
2) Wegen der Härte des SeediensteS, wie bei uns oft der Militarstand„ein glänzendes Elend" heißt. Die Kriegsschiffe der Alten waren glän-zend bemalt, der Schiffsschnabel oft vergoldet, daS Schiffszeichen, die Schutz-gvktheit. am Vordertheil nicht se'ten herrliche Bildhanerarbeit <S. Seneea Brief76). Die Arbeit in der Mühle (ich habe der stärkeren Sinnbetonung wegen„Tretmühlen" übersetzt) war die härteste Sklavenarbeit.
ö) Der Hund ist Diogenes der Cyniker, der damals in Athen lebte, dessen