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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Elftes Kapitel.

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sobald sie (vom Redner) in diese letztere Verfassung gebracht seinwerten, während die, welche auf Milleid oder auf irgend ein GutAnspruch machen, von der so eben beschriebenen Beschaffenheit sind'),so ist klar, daß sie bei denen, welche zu entscheiden haben, kein Mitleiderlangen werden.

Elftes Kapitel.

Unter welchen Umständen man Eifersucht^) empfindet undin Betreff welcher Dinge und Personen, ergibt sich aus folgenderBetrachtung.

Eifersucht ist nämlich ein gewisses Unlustgefühl über dasaugenfällige Vorhandensein hochgeschätzter und für uns erreichbarerGüter bei Menschen, welche naturgemäß unsers Gleichen sind, wobeider Grund dieses Unlustgefühis nickt der ist, daß ein Anderer,sondern daß nicht auch wir sie besitzen; daher ist auch die Eifersuchtetwas Edles und edlen Seelen eigen, während das Beneiden etwasNiedriges und niedrigen Seelen eigen ist, denn der Erstere strebt ver-möge der Eifersucht danach, selbst jene Güter zu erlangen, ter Letzterehingegen will vermöge des Neides nur, daß sein Nebenmensch dieselbennicht habe.

(cot ovx wofür alte Ausgaben ^ haben), verdäch-

tig ist; auch fehlt dieselbe in der ältesten latein. ttebersetzung. In diesem Falleist also zu übersetzen:Kraft derselben Gemürhsverfassung, in welcher manUnlust empfindet, wird man, wenn die entgegengesetzten Verhältnisse eintreten,Freude empfinden"; d. h. ehrgeizige Menschen z. B. empfinden Unlust, wennJemand einen Preis erringt, dieselben Ehrgeizigen werden vermöge dieser ihrerehrgeizigen GemüthSverfassung sich darüber freuen, wenn das Gegentheil eintritt,d. h. wenn der Andere besiegt wird.

1) Nämlich daß sie den Zuhörern irgendwienahe stehen".

2) DieEifersucht" ist hier nicht in dem beschränkten Sinne dev

LiebeSleidenschaft zu fassen, sondern alö diejenige Leidenschaft, welche den Themi-stokleS über den Nuhm und die Trvpäen des MilriadeS nicht schlafen und denjungen Alexander jede neue Eroberung seines Vaters als einen Verlust aneigenem künftigem Nuhme beklagen ließ. In unserer Sprache fehlt ein genauentsprechendes Wort für den Begriff der aemulatio.