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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Zweites Buch. Viertes Kapitel.

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benZ 10. Ferner die Maßvollen, weil sic niemand Leides thun,und die für sich Lebenden^ aus demselben Grunde. 11. Fernerdie, deren Freunde wir zu sein wünschen, wenn sie es zu wünschenscheinen; solche sind aber die GutenundTugendhaftenunddie, welcheentweder bei allen Menschen oder bei den Besten oder bei denen, dievon uns bewundert werden oder die uns bewundern, wohlangesehcnsind. 12. Außerdem die, mit denen es sich im täglichen Umgängeangenehm lebt und verkehrt; solche sind die leichtlebigen Leute, diekeine Fehler aufmutzen, nicht rechthaberisch und nicht widerhaarigsind, denn alle, die dies sind, sind streitsüchtig; wer aber streitet, zeigt,daß er etwas wünscht, was dem anderen entgegen ist. 13. Ferner die,welche mit natürlichem Geschick einen freien Scherz zu machen und zuertragen verstehen, denn in beiden Fällen verfolgen sie mit ihremPartner ein und dasselbe Ziel, sowohl wenn sie es verstehen, mit sichscherzen zu lassen, als auch selber einen geschickten Scherz zu machen.

1. D. h. nickt bloß als große Fabrikherren andere, z. B. Sklaven,für sich arbeiten lassen. Diese Stelle ist wichtig für die sittliche Begriffs-bestimmung deöschlichten und rechten" iHw?) Mannes zur Aristote-lischen Zeit. Obenan steht hier der Landmann und Ackerbauer, der Stand,welcher unter den verschiedenen Volksmassen der beste ist und auf den sichdaher auch die beste der Demokratien vorzugsweise stützt. Vgl. Aristo-teles, Politik, VI, 4, und VI, 6. Auch Ökono'mik I, Kap. 2, S. 4.Göttling heißt der Landbau die sittlichste Beschäftigung, wie, sie dieNaturgemäßeste und älteste sei.Denn sie lebt nicht von der Übervor-teilung anderer Menschen durch List oder Gewalt, sondern von dem, wassic der gemeinsamen Allmutter Erde abgewiunt, und macht zugleich denMenschen leiblich stark und tüchtig." Es ist diese Stelle zugleich einBeweis, daß körperliche Arbeit nicht absolut bei den Hellenen für etwasden freien Mann Entehrendes galt, obschon die hellenischen Junker undJunkergenossen allerdings so denken mochten. Aristoteles aber dachteanders und ebenso auch der Sollrates Lelliophons in den MemorabilienII, Kap. 7. Auch Pho'kions Frau buk ihr Brot selbst, und Phokion holtesich selbst das Wasser zum Fußbade vom Brunnen (Plutallch, Phokion,Kap. 18). Aus derselben Gesinnung heraus rühmt sich der Apostel Paulusin der Apostelgeschichte XX, V. 34, und II. Thessalonichcr 3, V. 8, daß ermit seiner Hände Arbeit sich und den Seinen den Lebensunterhalt geschaffen.

2. Einer, derfür sich lebt" sein «ngcsts/.<uv), ist z. B. ein Philosoph,der sich nicht mit öffentlichen Angelegenheiten befaßt und sich von allem polit.Partcitreibcn fern hält, wie Epaminollidas bei P lutall ch, Pclo'pidas, Kap. 9.

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